Christen in Panama lernen durch eine kulturelle Schulung von OM, wie sie sich um ihre hinduistischen Nachbarn bemühen können.
Shibu (Indien) kam 2010 mit seiner Frau Lily (Panama) nach Panama, und zwei ihrer Kinder sind dort geboren. Als sie den Ruf Gottes spürten, mit Indern zu arbeiten, zogen sie für zwei Jahre zurück nach Indien.
Aber die Dinge entwickelten sich nicht so, wie sie gehofft hatten. Shibu erinnert sich: „Wegen verschiedener Probleme mussten wir Indien verlassen. Meine Frau war Ausländerin. Sie war dort nicht sicher. Wir entschieden uns dann 2014, nach Panama zurückzukommen. Aber wir begannen Gott Fragen zu stellen: ‚Warum hast du uns zurückgebracht? Was ist der Sinn? Du bringst uns nach Panama zurück, aber wir wollen in Indien leben.‘ Weil das lag uns auf dem Herzen – unter indischen Menschen dienen. Wir sahen, dass in Panama viele Inder sind, aber dass keiner von ihnen der Gemeinde angehört und da sprach Gott deutlich zu uns: ‚Ihr wisst, dass es für die Inder hier keinen Dienst gibt!‘ Wir begannen zu beten und Gott um Führung zu bitten.“ Beide, Shibu und Lily, waren früher bei OM gewesen, und 2015 beschlossen sie, sich als Familie an OM in Panama anzuschließen.
Ein Fremder unter Landsleuten
Obwohl Shibu und Lily jetzt gefunden hatten, wo sie sein sollten, lief es nicht ohne Schwierigkeiten. Shibu erklärt: „Es war für uns so schwierig, weil sie Gujaratis sind, ich aber von Südindien komme. Inder vom Norden und vom Süden sind sehr verschieden – sie sind wie Ausländer. Wenn ich in ihre Restaurants oder Geschäfte ging, sahen sie mich so und wollten nie mit mir reden. Wir sprechen sogar verschiedene Sprachen, aber wir können alle Hindi reden. Ich brauchte eine Weile, um Kontakt mit ihrer Gemeinschaft zu bekommen. Ich hatte gedacht: ‚Ich bin aus Indien. Es wird einfach für mich sein, die Menschen werden mich akzeptieren.‘ Aber es war hart für mich und meine Frau, mit den Menschen Kontakt aufzunehmen.“
Nach und nach wurde das Ehepaar aber von der Gemeinschaft akzeptiert und begann Freundschaften zu schließen. Lily begann, Kindern Spanisch-Stunden zu geben, was die Verbindung zu Hindu-Familien stärkte.
Geschichte und Tradition
In Panama leben 33 000 Inder* – eine große Zahl, wenn man die gesamte Bevölkerung von nur vier Millionen betrachtet. Von ihnen sind die meisten Hindu, mit einigen Muslimen, aber keinen Christen darunter. Viele Inder kamen vor mehr als 100 Jahren ins Land, um am Panamakanal mitzubauen – sie blieben dann und gründeten in Panama Familien.
„Die meisten sind aus Punjab und Gujarat“, erklärt Shibu. „Die Gujaratis machen 80 Prozent der indischen Bevölkerung in Panama aus. Aber dann haben wir welche mit Sindhi-Hintergrund, die aus verschiedenen Landesteilen kommen, manche aus dem Süden, manche vom Norden. Die Sindhi sind sehr offen, zum Beispiel heiraten sie Einheimische, Latinos. Aber die Gujaratis sind sehr strikt, sehr orthodox. Sie gehen oft nach Indien, um einen Ehepartner für ihre Tochter oder ihren Sohn zu suchen, und bringen ihn oder sie nach Panama. Wir kennen eine indische Familie, deren Tochter einen Einheimischen heiratete, und sie verjagten sie aus der Familie. Es war so schwer für sie, in ihre Familie zurückzukehren, weil sie einen Latino geheiratet hatte.“
Wachsender Dienst
Um den Gemeinden zu helfen, mehr von der Hindu-Gemeinschaft zu verstehen, veranstalten Shibu und Lily regelmäßig Schulungen. Sie versuchen jeden Monat, wenigstens eine Kirche in Panama City zu besuchen und reisen oft drei oder vier Stunden weit, um weiter entfernte Gemeinden aufzusuchen. Das Training erklärt, was Hindus glauben, und schließt den Besuch eines Hindu-Tempels mit ein.
„Wir haben noch mehr Möglichkeiten Kirchen zu besuchen, um unsere Vision weiterzugeben, die Hindus zu befreien“, sagt Shibu. „Ich traf mich mit einem Pastor, und er war total geplättet, als ich ihm erzählte, was mit den Indern hier in Panama geschieht.“
Hindus glauben an viele Götter und Göttinnen, wenn man ihnen also etwas von Jesus erzählt, sehen sie ihn bloß als eine weitere Gottheit an als Lehrer oder guten Menschen. „Sie haben nichts dagegen, von Jesus zu hören“, stimmt Shibu zu. „Aber wenn es darum geht zu verstehen, dass Jesus der einzige Weg ist, brauchen sie lange, bis es ihnen einleuchtet.“
Bete, dass mehr Jesus-Nachfolger in Panama ein Herz dafür finden, ihre indischen Nachbarn mit dem Evangelium zu erreichen. Bete für das wachsende OM-Team in Panama und dass mehr Menschen sich ihnen in den kommenden Monaten anschließen.
*Zahl von der indischen Botschaft in Panama, 2024