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Während Bangladeschs Freiheitskrieg 1971 suchten Millionen von Hindus, Christen und Muslimen Zuflucht in Indien. OM Teams begannen mit Nothilfe für die Flüchtlinge. Sie begannen auch mit Treffen für die Christen, für Ermutigung, Lehre und Jüngerschaft. Viele Menschen kamen dadurch zu einem echten, persönlichen Glauben an Jesus.  

Nach dem Krieg, als die Menschen zu ihrem Zuhause im neugegründeten Staat Bangladesch (früher Ostpakistan) zurückkehrten, gingen einige Leiter der Flüchtlingsarbeit mit und begannen mit einigen jungen Leuten, die Christen geworden waren, die ersten OM Teams. Von Anfang an bestand OM in Bangladesch grösstenteils aus Einheimischen.  

Richtungswechsel  

Im Jahr 1976 hatte eine bekannte internationale Mission (CIF*) schon 17 Jahre im Gebiet von Jewelpur gearbeitet, aber mit geringem Erfolg. Bangladesch war damals immer noch ein junges Land, gerade fünf Jahre alt. Während des Krieges 1971 hatte die hinduistische Minderheit viel gelitten. Viele Missionsexperten waren der Meinung, es sei an der Zeit, sich auf diese Hindu Minderheit zu konzentrieren und ihnen die Möglichkeit zu bieten, auf die befreiende gute Nachricht von Jesus zu reagieren. Die ausländischen Mitarbeiter von CIF baten OM ein Team mit einheimischen Mitarbeitern zur Verfügung zu stellen, das ein Jahr lang in Zusammenarbeit mit den CIF Missionaren versuchen sollte, die Hindus in der Bevölkerung zu erreichen. Sollte das erfolglos sein, würden sie in einen anderen Teil des Landes gehen.  

Vier bengalische OMer begannen mit der Arbeit im Bezirk von Jewelpur. Wie abgemacht, kümmerten sie sich tagsüber um die Hindus. Aber in dem Team war ein junger Mann namens Abel, ein Gläubiger mit muslimischem Hintergrund. Abends begann Abel in der Nachbarschaft, wo das Team wohnte, Beziehungen zu Muslimen aufzubauen, nicht nur mit den jungen Leuten, sondern auch mit älteren Arbeitern, die schon selber Familie hatten.  

Irgendwann erklärten zwei Männer, der Bauer Tab und der Milchverkäufer Yacob, dass sie Jesus folgen wollten. Die OMer waren natürlich begeistert, aber die CIF Missionare waren verblüfft. „Man hatte uns gesagt, dass wir die Hindus erreichen sollten“, sagten sie, „aber wir kamen doch eigentlich wegen der Muslime nach Bangladesch.“  

Im Lauf der folgenden fünf Jahre richtete CIF den Schwerpunkt ihrer Arbeit auf Bangladeschs muslimische Mehrheit von 90%. Auch OM entwickelte seine Literatur und die Wirksamkeit der Einsätze unter der Bevölkerungsmehrheit weiter und startete 1981 mit eigenen, bengalischen Gemeindegründungsteams.  

Ein herausfordernder Anfang  

Als Yacob und Tab zum Glauben an Jesus kamen, war das der Beginn einer schwierigen Reise. Sie verstanden, wer Jesus ist, aber die Gesellschaft um sie herum war darüber gar nicht glücklich. Schliesslich wurden die beiden zusammen mit anderen Gläubigen vor das Dorfgericht gestellt. Die Bevölkerung wollte ihre Häuser niederbrennen. Am Höhepunkt der spannungsgeladenen Versammlung stürzte ein Wahnsinniger in ihre Mitte und schrie: „Lasst diese Männer in Ruhe – sie sind Gottesmenschen.“  

Die einheimische Bevölkerung fürchtete die Kraft der Geister, die vielleicht in diesem wahnsinnigen Mann war und sofort änderte sich ihre Haltung: Yacob und Tab durften ohne jegliche Strafe gehen. Später wurde Tab zum Leiter einer Gruppe am Ort gewählt, die eine Art Mystizismus praktizierten. Diese Position erlaubte ihm, den Menschen davon zu erzählen, dass Jesus alle Hoffnungen und Sehnsucht der Menschen ausfüllen kann, auch von denen, die versuchen Gott mithilfe mystischer Übungen zu erreichen. Im Laufe der Jahre wurden hunderte getauft.  

Instrumente der Veränderung  

Abel, der Yacob und Tab zum Glauben geführt hatte, war der erste, der zu dem neuen OM Team kam. Er war ein erstklassiger Evangelist, aber er brauchte Coaching und Jüngerschaft. Mike (aus Großbritannien) verbrachten viele Stunden mit Abel: lehrend, herausfordernd, korrigierend, geduldig und wie ein Vater.  

Ohne Mike hätte es keinen Abel gegeben. Das ist auch heute noch so: junge bengalische Gläubige brauchen Menschen, die sie lieben, sich um sie kümmern und sie lehren, damit sie Gottes Beauftragte für Veränderung in der Gesellschaft werden können.  

Erntezeit 

Yacob starb vor einigen Jahren. Tab ist inzwischen 85, ein geachteter Mann an seinem Wohnort, der mehrere hundert Menschen zum Glauben an Jesus geführt hat. Einer seiner Söhne ist im vollzeitlichen christlichen Dienst. Dieser entscheidende Moment 1976 in Jewelpur – als Tab und Yacob beschlossen, Jesus nachzufolgen – hat zur Schulung von Dutzenden neuer Mitarbeiter geführt, die im ganzen Land verteilt arbeiten.  

Viele Gemeinden verdanken ihre Existenz diesem Moment 1976, auch wenn das wenigen bewusst ist.   *Name geändert