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Südkorea - eine Leidenschaft wir neu entfacht

Jesus erzählte einmal das Gleichnis vom Senfkorn: Gott sät im Herzen der Menschen einen Samen aus. Mit Gottes Kraft und unter der Leitung des Heiligen Geistes wächst und gedeiht der gekeimte Samen.

In den frühen 1970ern war Südkorea eine geistlich ausgehungerte Nation. Der Hunger nach dem Wort Gottes war gross. Die Situation der südkoreanischen Christen war wie in den Anfängen der Kirche: wenige Gläubige, schreckliche Armut und Verfolgung. Gott bereitete jedoch schon damals seine Kirche und Mitarbeiter vor.

Drei südkoreanische Christen schlossen sich OM an. Das war beachtlich, da zu der Zeit Südkoreaner für Auslandsreisen eine Genehmigung des Präsidenten brauchten. 1975 war das Jahr, in dem sich Südkoreaner erstmals bei OM engagierten – ganz klein fing alles an. Das OM-Schiff Logos besuchte Südkorea im darauffolgenden Jahrzehnt noch drei weitere Male und wirkte im Leben zahlreicher Südkoreaner wie eine Art geistlicher Katalysator.

Wichtige Grundsätze der Arbeit von OM sind z. B. dass Laien als Missionare arbeiten, die Arbeit in Teams, der Fokus auf einer dienenden Haltung in Ausbildung und Leiterschaft und die Gemeinschaft von Gläubigen aus verschiedenen Ländern und unterschiedlichen Denominationen. Diese besondere Art und Weise, Weltmission zu gestalten, stellte für südkoreanische Christen eine große Herausforderung dar.

Als die Reisebeschränkungen gelockert wurden und die Religionsfreiheit zunahm, folgten die Gemeinden Gottes Ruf: Sie sandten Missionare aus, die mit OM auf der ganzen Welt Gott dienten.

Dass die meisten Südkoreaner kein Englisch sprachen, ist ein weiterer Beleg dafür, dass für Gott sogar Sprache kein Hindernis darstellt. Südkoreanische Missionare beteten inbrünstig und Gott erhörte sie. Diese ersten südkoreanischen OM-Mitarbeiter teilten das Wenige, das sie besassen mit Menschen, die weniger hatten als sie. Sie waren wie die ersten Christen in der frühen Kirche und lebten wie sie.

In der Zeit der ersten Schiffsbesuche tauchte Südkorea langsam auf der globalen Bühne auf. Zwei sportliche Grossereignisse, die asiatischen Spiele 1986 und die Olympiade 1988, brachten die Welt nach Südkorea und liessen Südkoreaner die Welt in einem neuen Licht sehen. Viele südkoreanische Christen beschlossen, sich in der Weltmission einzubringen. Junge Südkoreaner und Südkoreanerinnen wollten unbedingt bei OM mitarbeiten und die Zahl der südkoreanischen OM-Mitarbeiter stieg rapide an. All das geschah im Zusammenhang damit, dass die Doulos und George Verwer Südkorea besuchten. Während dieser Besuche forderte Gott die Gemeinden auf, den Missionsbefehl auszuführen. Viele neue Missionare zogen aus, um Völkern dieser Erde zu dienen, die Gottes Wort noch nicht erreicht hatte, vor allem im Nahen Osten und in Zentralasien. Einige von ihnen starben für ihren Glauben in Indien (1987) und Turkmenistan (1997).

Südkoreaner sind von Natur aus fleissig und verantwortungsbewusst. Sie fühlen sich in grossem Mass verantwortlich für ihren Dienst und arbeiten darum scheinbar unermüdlich. Ihr Wunsch, lebendige Gemeinden in unerreichten Gebieten zu sehen, motiviert sie, an schwierigen Orten zu arbeiten. Voller Entschlossenheit folgen sie dem Auftrag, den Gott ihnen gibt. Südkoreaner sind bekannt dafür, dass sie voller Leidenschaft für andere Menschen beten, sei es für ihre Leiter, für die Verlorenen oder für Länder, die sich dem Evangelium verschließen. Ganz normale südkoreanische Christen ordneten sich Gott unter und er gebrauchte sie, um aussergewöhnliche Dinge zu tun.

Im Jahr 1990 begann OM Südkorea offiziell damit, Missionare auszusenden. Seither haben über 1500 südkoreanische Mitarbeiter bei Kurz- und Langzeiteinsätzen von OM mitgearbeitet. Tausende weiterer südkoreanischer Christen waren bei Missionseinsätzen im Sommer, z. B. bei Love Europe oder Love Asia, mit dabei. Derzeit (Stand 2016) arbeiten 316 Südkoreaner in 39 Ländern weltweit für OM. Egal wo sie bei OM im Einsatz sind oder waren: Südkoreaner gehen als Leiter und Langzeitmitarbeiter in unterschiedlichen schwer oder nicht zugänglichen Ländern mit gutem Beispiel voran.

Die Resonanz auf den letzten Besuch der Logos Hope 2014 war schwächer als bei früheren Besuchen der OM-Schiffe. Dennoch bleibt OM für die Kirche in Südkorea von Bedeutung. Dass Menschen in Südkorea Gott finden, dazu wird OM auch weiterhin einen unverzichtbaren Beitrag leisten. Es ist uns ein wichtiges Gebetsanliegen, dass die Christen in Südkorea Jesu Missionsbefehl befolgen und den unerreichten Völkern die Gute Nachricht verkünden – für das Reich Gottes und zu seiner Ehre.

Dr. Benjamin Youngkyu Lee gehörte zur Schiffscrew der MV Logos. Heute arbeitet er als Pastor in Südkorea und berät OM Südkorea. Er half, die Arbeit von OM in Südkorea und in den Vereinigten Staaten zu starten.