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Zusammenfassung: OMs Arbeit in der Region Mittlerer Osten/Nordafrika besteht heute aus viel mehr als den ursprünglichen langen Reisen zur Literaturverteilung, aber es geht immer noch mit dem gleichen Pioniergeist und der gleichen Leidenschaft für die Unerreichten weiter.

OMs Arbeit in der Region Mittlerer Osten/Nordafrika (MENA), einem Gebiet mit 21 Staaten, begann 1962, als eine Handvoll Mitarbeiter in einem alten Lastwagen ums Mittelmeer fuhren. „Von Madrid aus ging es nach Gibraltar, mit der Fähre nach Tanger und dann langsam durch Marokko, Algerien, Tunesien, Libyen, Ägypten, Jordanien, Libanon und Syrien. Danach direkt zurück nach Frankreich für den ersten größeren OM Sommereinsatz“, erinnert sich Nancy*, eine langjährige OMerin. 

Während dieser Reise verteilte das Team Flyer für die damalige Nordafrikamission (NAM), in denen deren Bibelkorrespondenzkurs mit Sitz in Tunesien angeboten wurde. Die daraus folgenden Reaktionen – NAM wurde mit hunderten Briefe überschwemmt – führten dazu, dass die NAM Mitarbeiter aus Tunesien ausgewiesen wurden und nach Südeuropa umzogen, von wo aus sie ihre Arbeit fortsetzten.  

Als ein anderes Ehepaar in Jordanien von den Auswirkungen von OMs Verteilaktion hörte, wollten sie nicht, dass der OM Lastwagen zu ihnen kam. Aber bei seiner Ankunft luden sie das Team ein, in ihrem Haus zu wohnen. „Eine Frage der Schadensbegrenzung“, erklärte Nancy.  

Die OMer freuten sich über die Gastfreundschaft, aber sie verbrachten die ganze Nacht im Gebet auf dem Dach. Zutiefst betroffen vom Engagement des Teams wurde das Ehepaar später selber ein Teil von OM. Drei Jahre später wurde der Ehemann Leiter von OMs Arbeit in der arabischen Welt.  

Pioniere und Eisbrecher  

“Ein ganz wichtiger Aspekt von OMs Arbeit in arabischen Ländern ist, dass wir an vielen Orten Pioniere und Eisbrecher waren”, stellt die langjährige OMerin Clara* fest, die 45 Jahre in der arabischen Welt lebte. „Wir hatten auch viele gemischte Teams mit arabischen Gläubigen und allen möglichen anderen Nationalitäten!“  

1963-1970 gab es kleine Teams im Libanon und in Jordanien, die Arbeit in Israel begann 1964. 1966 verteilte ein Männerteam von Jordanien aus Literatur in Syrien, dem Irak und Kuwait. 

Bei einer Reise nach Kuwait mussten sie ihr Fahrzeug ausräumen, weil einige Beamte dort Drogen vermuteten. Als alle Bücher konfisziert wurden, fuhr das Team nach Kuwait-Stadt weiter, doch ihre geplante Einkommensquelle für den kommenden Monat war verloren. In dieser Nacht beteten die Männer um vier konkrete Dinge: einen Ort zum Wohnen, die Freigabe der Bücher, die Erlaubnis von der Freikirche am Ort für ihren Einsatz, und dass sich die politische Situation in Kuwait beruhigen würde. Am folgenden Tag bekamen sie ihre Bücher zurück und die Gemeinde erlaubte ihnen, dort zu bleiben und ihren Einsatz durchzuführen.  

Bis zum Jahr 1975 hatten die meisten OMer den Libanon wegen des Bürgerkriegs verlassen, gleichzeitig entstanden neuen Teams in Nordafrika. 1989 begann der Langzeitmitarbeiter Craig* die Arbeit von OM in Syrien. Zwei Jahre später teilte OM das Team der arabischen Welt in sechs Bereiche auf, „aber das war alles ganz klein“, erinnert sich Craig. Zu der Zeit hätte alle Mitarbeiter des Bereichs Naher Osten in einen Kleinbus gepasst.  

In den 90ern wuchs OMs Arbeit in der arabischen Welt drastisch. „Etwas vom Spannendsten, was wir damals gemacht haben… waren die Love Libanon Konferenzen und Einsätze, aus denen schließlich Love Mittlerer Osten wurde. Es gab Konferenzen im Libanon und Teams mit verschiedenen arabisch-sprechenden Nationalitäten – Libanesen, Ägypter, Sudanesen, Syrer – wurden überallhin geschickt. Später gab es einige Konferenzen in Ägypten, bei denen Algerier dabei waren“, erzählt Clara.  

Der Sudan, Jemen und Syrien boten alle lähmenden Herausforderungen: Teams fingen an und mussten aufhören, OMer wurden gekidnappt, eingesperrt und getötet.  

Trotz alledem und inmitten davon „ist Gott immer noch durch seine Leute am Wirken“, sagt Craig. „Wir sehen vielleicht nicht so viel Frucht, wie wir möchten, aber wir sehen, dass Leben verändert werden. Damals nur eine Handvoll hier und da. Heute zu Tausenden.“ 

Erweckung weht durch Algeriens Gebiet der Kabylei. Tausende Syrer haben zu Jesus gefunden. „Was wir heute unter den Somaliern erleben, hätten wir uns noch vor ein paar Jahre nicht zu träumen gewagt. Unter all diesen Gruppierungen beruft der Herr einheimische Leiter,“ stellte ein anderer langjähriger Mitarbeiter fest.  

Es geht weiter  

Heute ist OM eines der größten Missionswerke, das unter Muslimen arbeitet. „Es gibt viele verschiedenen Nationalitäten in unserem Gebiet. In einigen Ländern gibt es eine große einheimische Leiterschaft. Wir arbeiten mit örtlichen und internationalen Organisationen und Gemeinden zusammen“, schildert der Leiter von OMs MENA Gebiet.  

Dennoch, viele Muslime kennen Jesus nicht und haben keine Gelegenheit, das Evangelium zu hören. „Wir müssen die Arbeit weiter vorantreiben, weiter den Weg bahnen, weiter dahin gehen, wo niemand anderes hingeht“, fordert er heraus.  

OMs Arbeit in MENA wurde durch politische und technische Veränderungen beeinflusst. Einige Arbeitszweige schätzen immer noch das gedruckte Buch, andere bevorzugen Multimedia. Teams senden Bibelverse per SMS an Kontakte vor Ort und verteilen SD Karten statt Flyer aus Papier.  

“Früher konnte man einfach durch Nordafrika trampen”, stellt der Leiter von OM MENA fest. Aber „unser Umfeld hat sich geändert, die Welt hat sich geändert und darum müssen wir erfinderisch bleiben… aber mit den gleichen Grundwerten.“  

„Wir haben immer noch die gleiche Leidenschaft: die Unerreichten [mit dem Evangelium] erreichen“, bestätigt Clara.  

Der Pioniergeist aus unserer Anfangszeit ist geblieben“, stimmt der Leiter zu. „Es sind herausfordernde, aber oft sehr spannende Zeiten. Ich bin voller Hoffnung für das Evangelium.“  

*Name geändert  

Nicole James ist Journalistin, Lehrerin für Englisch als Fremdsprache und Abenteurerin. Sie schreibt für OM Mittlerer Osten/Nordafrika und brennt dafür, die Geschichten von Gottes Wirken untern den Völkern zu veröffentlichen und so den Menschen von den wunderbaren Dingen zu erzählen, die er in der Welt tut.