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OM's frühe Tage in Indien

Zusammenfassung: Im Jahr 1963 reiste das erste OM-Team über Land von Europa nach Indien. Unterwegs erzählten sie von der Guten Nachricht und starteten eine Bewegung, die Millionen von Menschen mit dem Evangelium erreicht.

Jeden Tag treffen Millionen von Menschen Fremde und entdecken Gemeinsamkeiten. Jedoch haben wenige Treffen so starke Auswirkungen, wie die Begegnung von Thomas Samuel aus Indien und George Verwer in Europa. Thomas Samuel betete, dass Gott Indien auf sein Herz lege.

Als Ergebnis bildete sich im Jahr 1963 eine kleine Gruppe, die über Land nach Indien reisen wollte. Als Greg Livingstone anmerkte, dass er nicht wisse wo Indien liege, entgegnete George Verwer: „Gehe nach Osten – du kannst es gar nicht verfehlen!“. Genau dies tat die kleine Gruppe dann auch. Wortwörtlich hatten sie eine „40 Tage und 40 Nächte“-Erfahrung, die ihren Glauben so stärkte, dass er ihrer Vision entsprach.

Die Überlandreise

OM-Pionier Frank Dietz erinnert sich an seine erste Reise: „Gordon Magney und ich waren in Spanien als Dale Rhoton eine Vorbereitungsreise nach Indien machte, um alles für ein Team vorzubreiten, das die zu dieser Zeit dortigen 50 Millionen Muslime erreichen sollte. Gordon und ich wollten zu diesem Team gehören. Andere reisten schon vor uns nach Indien. Wir machten uns im November auf den Weg und stoppten immer wieder unterwegs, da wir das Evangelium auch in Jugoslawien, Bulgarien, der Türkei, in Afghanistan und in Pakistan verkündeten.“

In Bulgarien gaben Gläubige den Männern nicht nur Geld, sondern hiessen sie auch in ihren Häusern willkommen, versorgten sie mit Essen und einem Platz zum Ausruhen. In der Türkei wurden sie oft von den Behörden beim Verteilen von Literatur aufgehalten.

„Als wir ein kleines Dorf verlassen wollten, blieben wir in einer Schneewehe stecken. Fünf Männer kamen, um uns zu helfen. Jeder verlangten dafür $5, aber wir hatten gerade mal $35, die wir beim Verkauf von Büchern in der Schweiz eingenommen hatten“, erzählt Frank Dietz. „Als sie in unseren Kofferraum schauten entdeckten sie Pelzmäntel für Frauen im Stil der 1930er, die wir als Teppiche verwendeten.“

Nachdem sie die Mäntel an die Männer verkauft hatten, reisten sie in den Iran, wo ein Geschäftsmann ihnen zwei Brüder aus England vorstellte. Die beiden waren auf ihrem Weg, zu einem hinduistischen Ashram (klosterähnliches Meditationszentrum). „Uns widerstrebte der Gedanke, sie mitzunehmen, aber wir sagten ihnen, dass sie an den Morgenandachten, die wir als Team hielten, teilnehmen müssten“, sagt Frank. „Eines Tages trafen diese Brüder eine Entscheidung für Jesus und traten unserem Team in Indien bei. Einer wurde schlieslich Missionar und der andere Pastor.“

Die Gruppe traf am 1. Januar 1964 in Indien ein, nachdem sie bei Frosttemperaturen ohne Heizung gefahren waren. „Es war ein Wunder, das wir das geschafft haben“, meint Frank Dietz.

„Was ich aus all dem gelernt habe? Erstens, dass Gott möchte, dass seine Kinder mehr Risiken eingehen, und zweitens, dass Gott treu ist. Was mit einem halben Dutzend Mitarbeitern aus dem Westen und zwei kaputten Lastwagen angefangen hat, wurde zu einer Bewegung, die Millionen mit dem Evangelium erreichte und die Schiffsarbeit ins Leben rief. Probleme die aufkommen sind oft noch nicht entdeckte Chancen.“

Überlandreisen durch Europa und Asien in davor vorbereiteten Kleinbussen setzten sich über die nächsten 15 Jahre fort.

Teamleben in Indien

Von Beginn an waren OMs größte Bemühungen darauf gerichtet, an der Seite von indischen Gemeinden zu arbeiten – eine radikale Abweichung der herkömmlichen Herangehensweise westlicher Missionare. Alle ausländischen Teammitglieder waren ihren indischen Brüdern und Schwestern gleichgestellt, deren Entwicklung in Leiterschaft überragend war. Von Commonwealth-Bürger erwartete man, dass viele sich dafür entscheiden würden, in Indien zu dienen. Denn schließlich konnten sie sehr leicht ein Visum erhalten und ein ausländisches Auto importieren und damit in Indien fahren. Meistens waren dies große Lastwagen, die mit Vorräten und Literatur vollgestopft waren. Aber „ausländischer Mitarbeiter“ konnte im Prinzip genauso für indische Teammitglieder eingesetzt werden, die vom Süden in den Norden geschickt wurden: Es war eine völlig interkulturelle Erfahrung, die genauso viel Demut und Opferbereitschaft von ihnen forderte wie von den westlichen Mitarbeitern.

Es gab schwierige Zeiten, in denen Teammitglieder, die das Evangelium in muslimischen Gebieten verkündeten, oft aus der Stadt gejagt wurden. Aber da war auch ein muslimischer Ladenbesitzer, der ein Neues Testament kaufte und las. Er begann, die Kirche zu besuchen, und verwandelte seinen Laden in eine Verkaufsstelle für Bibeln und Literatur, die tausende von Menschenleben berührte.

Ein anderer ehemaliger Muslim, Ghulam Rasool Bhatt, schrieb: „Sie kamen wie ein Wirbelwind, hielten Predigten unter freiem Himmel … sie verkauften evangelistische Literatur während sie von Laden zu Laden gingen. Einer meiner Angestellten brachte mir einen Packet mit Büchern. Aus Neugier begann ich, zu lesen … ich war auch in Kontakt mit einem westlichen Missionar und nach einigen Gesprächen nahm ich Jesus Christus an.“

Innerhalb von drei Jahren waren 30 Millionen Bücher und Traktate von Hand weitergegeben worden, viele davon wurden direkt in Indien hergestellt. Teams hatten die meisten Bundesstaaten besucht und die Bewegung wurde von Indern geleitet. 1967 gab es schon 50 OM-Mitarbeiter, die sich für die Langzeitmission verpflichtet hatten. Verschiedene Teams konzentrierten sich auf persönliche Zeugnisse, die Verteilung von Literatur und Bibelfernkurse.

Teams mit Mitarbeitern aus dem Westen wurden in heiklen Gebieten oft von der Polizei gestoppt. Deshalb waren sie vorbereitet, respektvoll und doch selbstbewusst aufzutreten sowie Gandhi zu zitieren, der sagte: „Ich soll zu den Hindus sagen, ihr seid nicht vollkommen bis ihr die Lehren Jesu ehrfurchtsvoll studiert habt.“ Dies, das machten sie in aller Aufrichtigkeit geltend, war die treibende Kraft ihrer Arbeit.

In den folgenden Jahrzehnten vergrößerte sich die Arbeit in Indien stetig. 1988 wurde den Leitern in Indien klar, dass sie auf die Abermillionen von verzweifelten armen und ausgegrenzten Menschen reagieren mussten.

Der Arbeitsbereich „The Good Sheperd” (Der Gute Hirte), der Armut durch Bildung und Ausbildung in der niedrigsten Gesellschaftsklasse (den Dalits) mildern wollte, breitete sich schnell aus. In Partnerschaft mit anderen Organisationen konnte OM medizinische Kliniken, englischsprachige Grundschulen, Literaturkurse für Erwachsene, Berufsausbildungen, kaufmännische Ausbildungen und vieles mehr etablieren.

In dieser Zeit wurde es offensichtlich, dass die Gebete aus vielen Jahrzehnte für eine landesweite einheimische Kirche erhört wurden. Das OM-Team passte seine Tätigkeiten und seinen Auftrag dementsprechend an und wurde schließlich für das kommende Jahrhundert zu einer unabhängigen, einheimischen kraftvollen Missionsorganisation.

Greg Kernaghan arbeitet schon seit 1978 mit OM. Zu jener Zeit waren die OM-Pioniere in Leitungspositionen und die Geschichten der ersten Abenteuer konnte man noch aus erster Hand hören. Greg und seine Frau Anni dienten auf dem Schiff, in Finnland, in Kanada und als Teil des internationalen OMNI-Teams (Kommunikation).