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Missions- und Jüngerschaftstraining bei OM

Von Anfang an hat OM ein den Bedürfnissen angepasstes Training angeboten. Für junge OM-Mitarbeiter begann der Weg in den Vollzeitdienst damit, dass sie Bücher lasen und sich Lehrkassetten anhörten. Für diejenigen, die bei den Sommereinsätzen – eine einwöchige Konferenz und drei Evangelisationswochen – mithalfen, war das Selbststudium obligatorisch. Für diejenige, die einem Jahresteam beitraten, wurde ein Training über zwei bis vier Wochen in verschiedenen Orten Europas angeboten. Diese Tage waren gefüllt mit Einheiten über Jüngerschaft, Leiterschaft, Teamarbeit, Bibelstudium und Gebet. Dabei arbeiteten die Teilnehmer in Kleingruppen miteinander, in denen sie auch ihre täglichen Hausarbeiten erledigten.  

Heute rüstet OM die Neuankömmlinge immer noch mit der gleichen Zielsetzung aus, jedoch mit einem leicht abgeändertem Modell. Mit dem Wachstum der OM-Teams wurde das Training weltweit erweitert, um die Bedürfnisse der einzelnen Regionen abzudecken.  

Ende der 1980er-Jahre mussten einige Mitarbeiter aus Südafrika bereits kurz nach ihrer Aussendung wieder heimkehren, weil sie für die dortigen Herausforderungen zu wenig vorbereitet waren. Um das zu ändern, schlug der ehemalige OM-Leiter von Südafrika, Francois Vosloo, eine sechsmonatige intensive Orientierung vor, um die Einheimischen vorzubereiten und auszurüsten, bevor sie zu den anderen OM-Einsatzgebieten ausgesandt wurden.  

Die Teilnehmer dieses Programmes sollten eine Einführung in Evangelisation erhalten, Praktisches für den Dienst und Führungsqualitäten erlernen und wie man in einer multikulturellen Gemeinschaft lebt sowie erfolgreich als Mitglied eines Teams arbeiten kann.  

Anfänglich wurde die Idee dieses Trainings – Missions Discipleship Training (MDT – Missions- und Jüngerschaftstraining) genannt – von der internationalen Leiterschaft nur mit Zurückhaltung angenommen. Allerdings waren die positiven Ergebnisse unverkennbar: Südafrikanische OM-Mitarbeiter hatten, nachdem sie an MDT teilnahmen, innerhalb der internationalen Teams bald den Ruf, gut für den Dienst vorbereitet und wertvolle Teammitglieder zu sein. Nachdem man die enorme Auswirkung sehen konnte, begannen im Laufe der Zeit andere OM-Länder ihre eigenen Leute nach Südafrika zu schicken, damit auch sie von dem Programm profitieren.  

Etwas für die ganze Familie

Colin Phelps, der für das OM-Training in Afrika zuständig war, kam 1988 zum MDT. Sechs Monate später fand er sich als veränderte Person wieder. Im Rückblick sagt er: „Ich kam als unentschlossener Nachfolger Jesu an. Ich wusste, dass er mich liebt, und ich war für die Möglichkeit offen, ihm dorthin zu folgen, wohin er mich leiten würde. Ich war mir nur nicht sicher, ob ich dem gewachsen war.”  

Die Teilnahme an praktischen Einsätzen mit 26 weiteren Nachfolgern hat die Veränderung in seinem Leben bewirkt. Er ging auf das OM-Schiff Doulos, wo er bereits nach einem Monat Teamleiter wurde.  

Colin und seine Frau Grietjie, die auch am MDT teilnahm, sowie ihre Kinder schlossen sich für sechs Jahre dem MDT-Leitungsteam in Pretoria an. Nachdem sie die Auswirkung sahen, die MDT in ihrem eigenen Leben hatte, waren sie begeistert, als ihre Tochter Caroline auch an dem Programm teilnahm. „Was ich an meiner Zeit in MDT so schätze, ist die absolute Ehrlichkeit, die mir begegnete, und das persönliche Wachstum, das ich erlebte,” sagte Caroline Phelps.  

Ausgerüstet, um einen von Gott erhaltenen Traum zu erfüllen

Seit sie mit 17 Jahren eine Nachfolgerin Jesu wurde, fühlt sich die südafrikanische OM-Mitarbeiterin Eden dazu berufen, die Gute Botschaft dort zu verkünden, wo es besonders schwierig ist. Als ausgebildete Krankenschwester und Hebamme möchte sie ihre Fähigkeiten gerne auf der arabischen Halbinsel – eines der mit dem Evangelium am wenigsten erreichten Gebiete – einsetzen.

An der Universität hörte sie einen Redner von OM und entschied sich, sich für MDT anzumelden. Zuerst betete sie darüber, nach Jordanien gehen zu können, doch es wurde nichts daraus. Dann begann sie, für die arabische Halbinsel zu beten, und bat Gott um eine Bestätigung. Innerhalb eines Tages erhielt sie drei E-Mails, die von dieser Region handelten, und in ihrer MDT-Klasse wurde auch darüber gesprochen. „Als ich anfing, darüber zu sprechen, merkte ich, dass viele von der MDT-Leitung Kontakte dorthin hatten, bzw. von Frauen wussten, die als Krankenschwestern auf der arabischen Halbinsel gearbeitet hatten”, meint sie.  

Eden erhofft sich durch ihre Arbeit, anhaltende Beziehungen mit Frauen knüpfen zu können. „Wenn du das Herz der Frau berührst und sie dich in ihr Haus einlädt, kannst du die ganze Familie erreichen“, erklärt sie. „Gerne würde ich auf diese Art und Weise Beziehungen knüpfen und Leben verändern … und das langfristig.”  

Die internationale Ausbreitung des Trainingsprogrammes

30 Jahre, nachdem MDT in Südafrika gestartet wurde, haben über 3000 Leute dieses Training absolviert. Mittlerweile übernehmen viele OM-Länder in der ganzen Welt dieses Programm. Zusammen mit den Ausbildungsstätten in Sambia, Simbabwe, Deutschland und Irland und mit anderen Ländern, welche die Idee ihrer eigenen Region entsprechend erarbeiten, arbeitet die nun globale Initiative an Richtlinien und an einem geltenden Ethos für das MDT-Programm, um die lebensverändernde Auswirkung beizubehalten, die diese Erfahrung für viele Menschen hatte.  

Deborah Ngobeni aus Südafrika hat ein Diplom in Medienstudien und Journalismus. Sie hat eine Leidenschaft für Kommunikation und arbeitet seit über sechs Jahren mit OM – momentan in der Öffentlichkeitsarbeit von OM in Südafrika. Die 27-Jährige spricht fünf Sprachen.

Hier findet Ihr die bereits erschienen Jubiläumsgeschichten