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Erst beten, dann handeln

In den letzten 60 Jahren war es von zentraler Bedeutung für OM, die Tiefen des Gebets zu ergründen. Von Beginn an – ab dem Moment als Dorothea Clapp für die Schule gegenüber ihres Hauses betete und Gott darum bat, die Schüler zu retten, und auf die verschiedenen Nationen zu verteilen – war das Gebet Teil unserer DNA.

Dale Rhoton sagt von diesen frühen Tagen: „Die besten Ideen hatten wir immer in den Gebetstreffen“. Die OM-Bewegung begann in einem Gebetsraum in Chicago, als sich in den 50ern Dale und George Verwer mit einer kleinen Gruppe von Bibelschulstudenten trafen. George schreckte während des Gebets plötzlich auf und rief aus, dass Gott sie nach Mexiko sendet. So wurde im Jahr 1957 Operation Mobilisation gegründet.

Nach einem schwierigen Leitertreffen, in dem es um das Fehlen von Teilnehmern und Finanzen für einen großen Einsatz im Sommer ging, verkündete George in einem Gebetstreffen: „Gott hat mir gesagt, dass ich mich um ein Schiff bemühen soll“. Sechs Jahre später wurde die MV Logos in Betrieb genommen, was viele von uns in verzweifelte Gebetszeiten zwang, aufgrund der scheinbar aussichtslosen Lage in der wir uns befanden: Finanzen, Menschen, Genehmigungen um bestimmte Länder zu besuchen und mehr. Aber es war in diesen Zeiten des Gebets, dass uns Weisheit von oben und Versorgung durch seine Hand geschenkt wurde sowie Türen, die sich öffneten, als wir die Nächte hindurch bis in den frühen Morgen beteten.

Viele von uns wurden in diesen halben Nächten des Gebets geformt, in denen wir um Nationen und Menschen willen zu Gott schrien. Eine vor Kurzem geschickte E-Mail von Leitern einer amerikanischen Kirche, mit denen wir in den 80ern zusammengearbeitet hatten, belegt: „Den größten Einfluss in unserem Leben hatte wahrscheinlich die Tatsache, dass wir bei OM lernten richtig zu beten, und diese Grundlage hat uns dazu gebracht über die Jahre hinweg Massen an Gebetstreffen zu leiten.“

Ein Langzeitmitarbeiter sagte: „Die Gebetsschule, die Indien war – monatliche Gebetsnächte und Gebetstage in denen wir den Himmel anflehten, Indiens Million zu berühren – würde dieser Engländer, der ich bin, nicht um allen Tee Indiens wieder hergeben wollen. Beim Zuhören der OM-Mitarbeiter Alfy und Ray, wie sie den Himmel bestürmten, wusste ich, dass Indien am nächsten Tag nicht dasselbe sein würde“. Wir haben Gott außergewöhnliche Dinge tun sehen als wir beteten. Es war das Abenteuer des Lebens zu sehen, wie Gott bestimmte Gebete beantwortete.

Ein Langzeitpionier, der in Teilen Afrikas und dem Nahen Osten arbeitete, meint: „Ich zum Beispiel bin außergewöhnlich froh darüber, dass der Herr meiner Frau und mir diese 50 Jahre gewährt hat, in denen ich in einigen verschiedenen Ländern lang genug arbeiten durfte, um jetzt viele Antworten auf Gebete zu sehen, die wir 50 Jahre zuvor gebetet hatten“.

Gott hat uns durch Gebet beschützt. Während des Kalten Krieges schmuggelte das OM-Team Bibeln hinter den Eisernen Vorhang. Erst Jahre später fanden wir heraus, dass einer unserer Kontakte ein Informant der ostdeutschen Geheimpolizei war, die in Verbindung mit dem KGB danach strebte, den Zufluss von Bibeln und Literatur zu den Untergrundkirchen zu stoppen. Wir waren eine Handvoll übereifriger Jugendlicher, die gegen einen repressiven Staat antraten – und trotzdem hielt Gott uns durch unsere wöchentlichen halben Nächte des Gebets, speziell konstruierten Fahrzeuge und Kontakte im Osten versteckt und effektiv.

Der Eine soll es dem andern weitersagen

Gebet wurde bei OM empfangen, nicht gelehrt. Für das Team in Wien in den 70ern und 80ern war Donnerstagnacht grundsätzlich Gebetsnacht. Lobpreis leitete uns in zwei Stunden Gebetszeit für die OM-Arbeit auf der ganzen Welt. Nach einer kurzen Pause lag der Fokus bis Mitternacht auf unseren Teams, die auf den Straßen unterwegs waren, den Kirchen im Osten, wesentlichen Bedürfnissen … und darauf, dass die Mauern fallen würden, was sie Ende 1989 tatsächlich taten! Ganz egal wann die Treffen endeten, am nächsten Tag wurde ganz normal gearbeitet!

In den letzten Jahren hat ein neues Ausmaß an Kreativität zusammen mit einem größeren Verlangen nach Intimität durch Lobpreis im gängigen Gebetsmodell Einzug gehalten. Große Gebetskarten, Skype-Anrufe von überall auf der Welt, Tanz, Kunst und Gebetsspaziergänge streben alle danach, Gott durch experimentelles und interaktives Gebet zu begegnen. Gebet ist mehr als nur eine Liste voller Gebetsanliegen!

Während wir aber in unseren Erfahrungen und Ausrüstungen wachsen – brennen unsere Herzen trotz allem immer noch für seine Gegenwart? Könnten die Gebetstreffen mehr Pflicht als Leidenschaft und Herzschlag sein? Leben wir nach unserem Ruf als radikale Nachfolger, oder müssen wir erst wieder den „Ruf zum Gebet“ vernehmen, damit die besten Ideen wieder aus dem Gebetsraum und nicht aus der Chefetage kommen?

Dale Rhoton meint: „Ich denke oft an Schwäche, wenn ich die Anfänge von OM reflektiere. Wir hatten mehr Fragen als Antworten. Deshalb gab es die Gebetstreffen, die Gebetstage, die Gebetsnächte. Wegen diesem starken Bedürfnis, wegen dem verzweifelten Sehnen danach, Gottes Wirken zu sehen. Es gab keinen Plan B. Entweder Gott tat etwas, oder es gab kein Vorankommen, nur Versagen!“

Am Ende des Jahres 2016 starteten Freunde im Irak 100 Stunden des Gebets und des Lobpreises. Für 2017 sind noch andere Gebetsinitiativen geplant, Versammlungen bei denen hunderte zusammenkommen, um Gott im Namen ihrer Nationen anzuflehen. Gemeinsames Gebet breitet sich weiterhin aus! Mögen wir mit dem neuen Fokus und der Leidenschaft für Gebet nicht zurückfallen, sondern unseren Platz mit gewöhnlichem und doch besonderem Gebet einnehmen.

Letzen Endes geht es um unser persönliches Leben und unseren Weg mit dem Herrn – dass unsere Herzen entzündet werden, während wir seine Liebe und sein Herz für die Nationen entdecken. Vom Beginn OMs im Gebetsraum an warten dynamische Gemeinschaften von Jesus-Nachfolgern darauf, durch unsere Gebete entflammt zu werden.

Peter Hawkins arbeitet als internationaler Gebetskoordinator von OM. Er begann seinen Dienst bei OM 1974 im Iran. Seitdem haben er und seine Frau mit OM in Europa, an Bord der MV Logos und in den USA gearbeitet.