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Die Anfänge der Langzeit-Arbeit

Nach einigen erfolgreichen Sommern sicherten sich evangelistische Kurzeinsätze ihren Platz als Herzstück der Arbeit von Operation Mobilisation (OM). Ziemlich schnell entwickelten sich die OM-Einsätze in Ländern wie der Türkei oder Indien zu einer ganzjährigen Arbeit. Als George Verwer im Winter 1963 fragte, ob jemand dazu bereit wäre, für mindestens ein Jahr mit OM zu arbeiten, kam ein größeres Engagement zur Teilnahme auf. Die Vorbereitungen für die ersten Jahresteams wurden in Atherton, England, getroffen, und nach vier Wochen intensiven Trainings machten sich über 200 OM-Mitarbeiter auf den Weg nach Europa, in die Türkei, den Libanon, nach Israel und Indien. Der Fokus von OM begann, sich in Richtung Langzeitmission zu verschieben.

Seit den Anfängen hat OM abhängig vom Bedarf Training angeboten. Für junge OM-Mitarbeiter begann die Reise zur Langzeit-Verpflichtung mit dem Lesen von Büchern und dem stundenlangen Hören von Kassetten mit dynamischen Lehren. Bücher wie „Das neue Erwachen“ von Roy Hession oder „Wahre Jüngerschaft“ von William MacDonald wurden schnell zu Klassikern, wie auch die frühen Bücher George Verwers, beispielsweise das „Literature Evangelism Manual“ von 1963.  

Diese Materialien zu studieren, war verpflichtend für jeden, der die Sommer-Kampagnen von OM besuchte, die mit einer einwöchigen Konferenz starteten und der drei Wochen Evangelisation folgten. Training und Vorbereitung brachten geistliche und praktische Bedürfnisse zusammen. „Bibelverse auswendig zu lernen war zentral, aber wir lernten auch Sätze in anderen Sprachen auswendig“, erinnert sich der Langzeit-OM-Mitarbeiter Asko Alajoki aus Finnland. „Ich kann aus diesen Tagen immer noch ein wenig Italienisch.“

Asko beteiligte sich an der Sommer-Kampagne im Jahr 1968 und kam die darauffolgenden Sommer wieder, bis er sich 1972 schließlich dazu entschloss, einem Jahresteam beizutreten. „Manche Menschen kamen für die Sommer-Kampagne und gingen direkt danach zur Trainings-Konferenz für das Jahresteam“, sagt er.

Trainiert und ausgerüstet

Von denjenigen, die einem Jahresteam beitreten wollten, wurde erwartet, dass sie an mindestens einer Sommer-Kampagne teilgenommen hatten, bevor sie sich auf den Weg ins Ungewisse machten. Drei bis vier Wochen Schulung wurden an verschiedenen Orten in England und Belgien angeboten, bis eine alte Papierfabrik in Zaventem, Belgien, in den europäischem Hauptsitz von OM verwandelt wurde.

Die Tage waren voll: Es gab Einheiten über Jüngerschaft, Leiterschaft und Teamwork, Bibelarbeiten und Gebet. „Die Lehrer waren OM-Mitarbeiter und Pastoren auf Besuch, die entweder speziell eingeladen wurden oder einfach vorbeigekommen waren“, erzählt Asko. „Wir haben in kleinen Gruppen gearbeitet und uns getroffen, um alltägliche Themen zu diskutieren. Natürlich haben wir auch den Abwasch gemacht und gemeinsam mit unseren Leitern, die die Verantwortung für unsere kleinen Teams trugen, geputzt. Wir haben uns um alles selbst gekümmert. In diesem Sinne gab es keine Mitarbeiter.“   

Neben der geistlichen Vorbereitung wurden im Unterricht und im Training auch Tipps für den Alltag und praktischen Fertigkeiten vermittelt. „Wir hatten sogar interne OM-Führerscheine. Wir mussten erst testen, ob die Menschen wirklich fahren und sich um die Autos und Lastwachen kümmern konnten“, sagt Asko.

Vertrauen auf den Allmächtigen

Ein Bestandteil der Konferenz war eine Ausstellung all der Länder, in die die Teilnehmer gehen konnten, gekoppelt an persönliche Interviews. „Wenn man auf die Trainings-Konferenz kamen, wusste man nicht, wohin man als Nächstes gehen würden. Ich habe darauf gehofft, in den Nahen Osten zu gehen, aber da ich die nötigen Sprachkenntnisse nicht aufweisen konnte, wurde ich nach England geschickt, wo unser Team mit Immigranten arbeitete“, erzählt Asko von seiner ersten Einjahres-Erfahrung. Es ging darum, mit der Haltung eines Jüngers zu kommen, um zu dienen und auf Gottes Plan zu vertrauen. Nach den Interviews schickten die Leiter die Menschen, je nach ihren Fähigkeiten und Bedürfnissen, zu verschiedenen Jahresteams.

Ein anderer Vertrauenstest waren die Finanzen. „Nach den Sommer-Kampagnen und dem Kauf der ganzen Literatur war im Prinzip jeder pleite. Wir wurden darum gebeten, solange zu beten, bis wir das Geld zum Reisen hatten. Die Teams konnten nicht gehen, bevor das Geld reingekommen war“, erklärt Asko. Aufgrund dessen ging die Konferenz manchmal länger, aber mit Sicherheit brachte es die Teilnehmer dazu, zu beten, und Beziehungen wurden vertieft.

Die Jahresteams bahnten einen Weg für diejenigen, die länger in OM blieben. Nach seinem ersten Jahr in England, gefolgt von einigen Jahren in Indien, ist Asko mittlerweile seit über 40 Jahren Teil von OM. „Das war für mich ein guter Platz vom Geistlichen her, und ich hatte immer tolle Herausforderungen“, erklärt Asko seine lange Reise in der Mission. „Nachdem ich mein Studium in Finnland beendet hatte, hielt mich nichts mehr zurück, und Gott hat mir diese Missionsorganisation aufs Herz gelegt“.

Auch heute noch rüstet OM die Neueinsteiger mit derselben Einstellung aus. Die meisten der schätzungsweise 3300 Langzeit-OM-Mitarbeiter haben eine GO-Konferenz (GO=global orientation) hinter sich, die sicherstellen soll, dass sie sowohl geistlich als auch praktisch vorbereitet sind. Trotzdem kann natürlich jeder erst durch wirkliche Erfahrungen verstehen, was es braucht, um lebendige Gemeinschaften von Jesus-Nachfolgern unter den am wenigsten Erreichten zu sehen.

Tatu Kekkonen ist Journalist und kreativer Künstler aus Finnland. Mit allem, was er tut, möchte er den Schöpfer wiederspiegeln.