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Seit der Gründung in Pakistan 1979 arbeitete OM dort auf einer eher direkten Art und Weise. Es war durchaus üblich, Literatur in grossen Mengen zu verteilen und den eigenen Glauben an den Haustüren zu bezeugen. Aus Angst jedoch und weil sie sich nicht kompetent genug fühlten, schätzten die pakistanischen Gemeinden die OM Arbeit nur in sicherem Abstand. Erst nachdem OM einen ersten Kontakt hergestellt hatte, begleiteten die Gemeinden die neuen Christen.

2003 stellte OM einen einheimischen Leiter an, um unter den unerreichten Volksgruppen der Provinz Sindh zu arbeiten. Mit einer neuen Strategie und 4 Teammitgliedern, welche die Sprache und Kultur lernten, konnte nun die Arbeit von OM in der Provinz Sindh wachsen.

Das Team eröffnete einen Lebensmittelladen an einem zentralen Ort, was ihnen den Zugang zu fünf weiteren Städten und Dörfern ermöglichte. Bisher hatten Leiter anderer Missionsorganisationen dort kaum Erfolg. Die OM-Mitarbeiter hörten, dass wegen vieler religiöser Schreine und Gräber von islamischen Mystikern eine grosse geistliche Dunkelheit vorherrsche. Diese Provinz, so wurde erzählt, sei verflucht.

Quasim, ein Punjabi, erinnert sich an die erste Zeit seiner Arbeit: „Als ich die Sprache und Kultur erlernte, stellte ich fest, dass die Sindhis liebevoll und gastfreundlich sind. Eine Schattenseite allerdings ist die Tradition der erbitterten Rache – Stammeskriege können dabei über viele Generationen hinweg dauern. Aber ich stellte auch schon bald fest, dass Sindhis einen Hunger nach Gottes Wort haben und begierig sind, etwas über Christus zu lernen. Das gab mir Mut weiter zu machen.”

Zunächst gewann der Lebensmittelladen einen guten Kundenstamm aus Einheimischen. Es dauerte jedoch nicht lange, da wurde der Laden misstrauisch betrachtet. Ein Bücherregal, auf dem auch passendem Material für Erwachsenenbildung lag, im hinteren Teil des Ladens, und die Neigung evangelistische Gespräche zu führen, liess das OM-Team nicht gerade als typische Geschäftsleute erscheinen. Darum wurden lokale Christen im Laden angestellt. Leider erwirtschaftete der Laden jedoch zu wenig Gewinn und musste somit wieder geschlossen werden. Allerdings hatte das Team nun mehr Zeit, sich mit Leuten zu treffen.

Nedeem meinte: „Es war peinlich, ein Minus zu schreiben, aber als wir dann mehr Zeit für die Sindhis hatten, konnte ich Gottes Plan darin erkennen. Die Schliessung des Ladens half uns, uns auf die Arbeit zu konzentrieren, die er für uns geplant hatte. Wir erlebten grossartige Reaktionen der Einheimischen.”

Neue Ideen ausprobieren

Das Team entwickelte einen eigenen Fernkurs auf Grundlage des Jesus-Filmes und bewarb ihn in der lokalen Zeitung. Eine überwältigende Teilnahme am Kurs führte zu neuen Beziehungen mit Einheimischen, die bereits auf der Suche nach Gott waren. Ausserdem gründete das Team eine Initiative für Gesundheit und Hygiene in den entlegenen Dörfern. Dort installierten sie Handpumpen für Trinkwasser und Toiletten für arme Gemeinden.

In einem Dorf traf Nadeem auf Ahmed. Während Nadeems nächstem Besuch bemerkte er, dass Ahmed gern etwas persönliches besprechen würde – er hatte heimlich einen Bibelfernkurs absolviert. Nadeem war begeistert. Heimlich begannen sie, sich regelmässig zu treffen, und 2010 fragte Ahmed, ob Nadeem ihn taufen würde. Daraufhin half Ahmed ehrenamtlich bei den Hilfsarbeiten von OM mit, die in überfluteten Dörfern stattfanden. Mit OM-Mitarbeitern zusammenzuarbeiten, stärkte Ahmeds Glauben. An einem Sonntagvormittag wurde Ahmed und ein weiterer Mann im Indus getauft. Ahmeds Gesicht strahlte: „Ich verspüre unsagbaren Frieden in mir. Ich habe den Bann des Todes von meinem Leben zurückgewiesen. Dieses Erlebnis wünsche ich mir auch für meine Familie und Stammesgenossen.”

Später offenbarte Ahmed seiner Familie, dass er nun Isa Masih (Jesus, den Gesalbten) nachfolge. Dies zog einen gewaltigen Sturm nach sich. Sein Vater und seine Brüder bekämpften seinen Glauben. Nadeem bat Ahmed dringend darum, nicht von Zuhause auszuziehen. Also blieb Ahmed dort, obwohl er oft geschlagen wurde.

Ahmed´s Mutter hielt als einzige zu ihm und verteidigte ihn. An einem Winterabend 2010 befahl ihm sein Vater, zu gehen. Er konnte einen Ungläubigen nicht länger in seinem Haus dulden. Seine Mutter griff dabei ein. Nach stundenlangem Streit beschlossen sie schließlich, dass Ahmed bleiben könne, jedoch nicht im Haus selbst. Ahmed wurde also gezwungen, das ganze Jahr über auf dem Dach zu schlafen. Aber er liebte seine Familie weiterhin.

Im April 2011 verstarb Ahmeds Vater und die Spannungen zu Hause liessen nach. Nach weiteren Überflutungen half OM Ahmed in demselben Jahr, das Haus zu renovieren. Dadurch erhielt Ahmed sein eigenes Zimmer. Er war froh, erleichtert und motiviert und fing an, sich mit seinen Freunden dort regelmässig zu treffen.

2014 besuchte Ahmed die Missionsschule, die von OM gründete wurde, um eine neue Generation an Missionaren auszubilden. Nach seinem Abschluss sagte er: „Es gibt eine grosse Ernte unter den unerreichten Völkern, aber viele haben Angst und sind zu wenig vorbereitet. Ich bin voller Zuversicht, dass mein Dienst in meinem eigenem Stamm viele Seelen erretten wird.”

Als die Hausgemeinden der Einheimischen immer mehr wuchsen, wurde Qasim 2011 Teamleiter. Qasim und Ahmed sind nun zusammen Teil eines Teams, welches 9 Hausgemeinden in drei Städten betreut. Diese Gemeinden umfassen mehr als 100 Leute, die bereits gläubig, oder noch auf der Suche sind.  

Adnan und J. Paul leben und arbeiteten mit ihren Familien mit OM in West- bzw. Zentralasien. Sie wünschen sich, dass noch mehr Menschen ihre Hoffnung und ihren Glauben in Jesus setzen und dass die Unerreichten mit allen möglichen kreativen Mitteln erreicht werden.