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Berufliches Fachwissen nutzen

Es ist wie bei unserem Körper: Er besteht aus vielen Körperteilen, die einen einzigen Leib bilden und von denen doch jeder seine besondere Aufgabe hat. Genauso sind wir alle – wie viele und wie unterschiedlich wir auch sein mögen – durch unsere Verbindung mit Christus ein Leib, und wie die Glieder unseres Körpers sind wir einer auf den anderen angewiesen. Denn die Gaben, die Gott uns in seiner Gnade geschenkt hat, sind verschieden.“ Römer 12,4-6 (NGÜ)  

Seit der Gründung von OM vor 60 Jahren liegt der Schwerpunkt darauf, ganz gewöhnliche Menschen einzusetzen, um das Evangelium in der Welt weiterzugeben. Das gilt auch heute noch, aber in der heutigen Zeit der modernen Missionsarbeit hat OM sich weiterentwickelt. Die Organisation engagiert sich immer noch leidenschaftlich für das Evangelium und Gemeindegründungen, aber man erkennt doch mehr und mehr, wie Gott jeden einzelnen Menschen mit verschiedenen Gaben und Fähigkeiten ausgestattet hat – und dass sie, ganz egal, welche Gaben es sind, in der weltweiten Missionsarbeit genutzt werden können.  

Das Interesse des US-Amerikaners Mark für Mission wurde erstmalig angestossen, als er noch in der Welt der Unternehmer tätig war. Doch als er seine persönlichen Fähigkeiten und Vorlieben prüfte, wusste er nicht, wie er in Gottes Plan für die Völker hineinpassen sollte. „Ich stand immer unter dem Eindruck, dass Missionare Pastoren oder Evangelisten sein müssten“, sagte er.

Erst als er auf einem Kurzeinsatz von vielen vollzeitlichen Missionaren hörte, dass sie am dringendsten Verwaltungsfachkräfte brauchten, erkannte er, dass er vielleicht doch noch einen Platz finden könnte. Mark schloss sich OM im Nahen Osten und Nordafrika an, wo er die Fähigkeiten, die er bei der Arbeit in der Geschäftswelt erlernt hatte, gebrauchte, um Evangelisten, Unterstützern und anderen Mitarbeitern in der Mission mehr Möglichkeiten zu geben, ihrer eigentlichen Berufung zu folgen.  

In der Tat arbeiten viele unterstützende Teammitglieder bei OM, die ihre Jobs aufgegeben haben, um Langzeitmitarbeiter zu sein, voller Eifer, anderen Teammitgliedern Freiraum zu schaffen, sodass jeder nach seinen Gaben angemessen dienen kann.  

„Wir sind hier, um die Arbeitsgänge in den Abteilungen voranzutreiben und die Organisation aktionsfähiger zu machen“, sagt Jamie Bell aus Irland, der für OM International in der IT-Abteilung tätig ist.  

Jamie wurde schon als Kind in die Mission gerufen und war bereit, alles hinter sich zu lassen, um Gott vollzeitlich zu dienen – auch die Schule. Aber Gott redete durch eine Frau aus seiner Gemeinde zu ihm, die Jamie sagte: „Der Herr kennt die Pläne deines Herzens, aber du musst zuerst eine gute Ausbildung haben.“  

Nach dem Universitätsabschluss kam Jamie bei einer Multimilllionen-Dollar-Firma in die Informationstechnikabteilung. Jahrelang dachte er, Gott habe ihn zu dieser Arbeit berufen, bei der er Mitarbeiter, die sich in Gottes reich investieren finanziell unterstützen sollte, aber Gott sagte ihm, dass seine Zeit um sei – und er schloss sich OM an.  

„Ich hab mich immer so gefühlt, als hätte Gott einen Hebel an meinem Leben und mich für [einen besonderen Job] ausgebildet. Er hat mich auf einen Kurs geschickt, der mich die perfekten Voraussetzungen für meine Arbeit [bei OM] gelehrt hat“, erklärte er. „Gott hat mir eine besondere Begabung geschenkt ... und ich kann auf meinem Arbeitsplatz wirklich etwas bewegen.“  

Marks Ehefrau Julie bekam in ähnlicher Weise als Kind den Ruf in die Mission. Sie gab eines Tages ihr Unternehmen als professionelle Fotografin in den USA auf und zog ins Ausland. Als sie sah, dass Prediger, Evangelisten und Teamleiter vom Kommunikations-Bereich von OM gebeten wurden, Berichte über ihren Dienst zu schreiben und Fotos zu machen – was sie vom eigentlichen Dienst abzog – erkannte sie die Möglichkeit, ihre Gaben einzubringen.  

Jetzt steht Julie dem neuen International Communications Internship Programm (Kommunikations-Praktikumsprogramm) von OM vor, das junge Leute mit beruflicher Qualifikation mit OM-Teams auf der ganzen Welt verbindet und sie dazu ausbildet, „ihr Können als Vorteil für den Dienst zu nutzen.“ Julie sieht das Programm als Hilfe für diese jungen Leute, sich als Teil des Leibes Christi zu erkennen.  

Wenn jemand Gott mit seinen Gaben dient, „erfährt diese Person daraus die grösste Freude und die grösste Effektivität im Dienst“, bekräftigte Julie. „Der Gedanke, dass wir der Leib Christi auf dem Missionsfeld sind, dass wir in den Nationen Menschen zu Jüngern machen und erkennen können, wie Gott uns begabt hat und damit sorgfältig arbeiten, ist ein echtes Privileg.“  

Diese Begeisterung, den Leib Christi auszurüsten, führt OM-Mitarbeiter dazu, Menschen mit beruflichem Fachwissen zu gewinnen, um dadurch noch mehr dynamische Gemeinschaften von Jesus-Nachfolgern unter den am wenigsten Erreichten aufzubauen. Diese Strategie ist jahrelang nicht recht bemerkt worden, aber OM geht nun mit grösserem Nachdruck daran, Personen mit beruflicher Qualifikation an der weitergehenden Vision, die Nationen zu erreichen, mitbauen zu lassen.  

Solche Gaben, verbunden mit einem Herzen und der richtigen Einstellung für den Dienst, werden, wie OM hofft, die Organisation in die Zukunft vorwärts bringen. Berufliche Fachkräfte spielen eine bedeutende Rolle nicht nur im Mechanismus der Organisation, sondern auch im Reich Gottes: Von den Bemühungen, Teams in Sambia mit dem Internet in Verbindung zu halten oder den richtigen Platz für einen neuen OM-Mitarbeiter im richtigen Land zu finden, bis hin zum Interviewen von Gemeindegründern in Brasilien. Mehr als blosse Zahnrädchen in einer riesigen Maschine handeln sie als die Hände und Füsse – oder Ohren und Ellbogen – von Jesus, um dem Vater die Ehre zu erweisen und die Hoffnung des Evangeliums zu den am wenigsten Erreichten in der Welt zu bringen.  

Katie M. Stout ist Theologiestudentin, Tutor für schriftstellerische Arbeit und begeisterte Joggerin, was wirklich gut ist, weil sie auch gerne isst. Früher arbeitete sie bei OM im Bereich Kommunikation.