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Gemeindegründung durch Sportinitiativen

Sport öffnet aktiv und kreativ Türen für Menschen, die man sonst nicht erreichen würde. Jung und Alt, Männer und Frauen, Aktive und Zuschauer mögen Sport – es ist die Sprache, die Milliarden auf der ganzen Welt sprechen.  

Ob durch das Anfeuern einer Lieblingsmannschaft oder das Austragen eines Wettbewerbs auf dem Sportplatz – der Sport lässt Menschen zusammenkommen, ihre Grenzen austesten und Beziehungen aufbauen.  

OM SportsLink nutzt die Möglichkeiten, die der Sport bietet. 2016 leitete OM Sporteinsätze in 32 Ländern. Tausende Menschen besuchten diese Einsätze und erweiterten nicht nur ihre athletischen Fähigkeiten, sondern auch ihre Kenntnisse von Gott. Hunderte wurden darin geschult, Sport als Mittel zu gebrauchen, um das Evangelium in ihren eigenen Gemeinden weiterzusagen.  

SportsLink erreicht die Menschen auf vielerlei Wegen, von der Gründung von Fussballmannschaften am Ufer des Tanganjikasees in Afrika über das Leiten von Sportfreizeiten überall in Europa bis hin zum Unterstützen von Trainern in Pakistan, die ihren Glauben weitergeben wollen.  

„Mit Sportaktivitäten können wir in jeden Ort hineinkommen, jede Sprache sprechen, alle Kulturunterschiede überbrücken – die Tür ist auch für Familien weit offen“, sagt Chris Welman, der Direktor von SportsLink International. „Wenn wir das Evangelium weitersagen und die Menschen kommen auf dem Sportplatz zusammen, warum sollten wir dann nicht auch eine Gemeinde gründen können?“  

Surf Church (Surfer-Gemeinde)  

„Wir tun, was wir gern tun, für den, den wir lieben.“ Und was die Amerikaner Troy und Michelle Pitney gern tun, ist surfen. Sie wurden nach Portugal gerufen, um eine Gemeinde, die Surf Church Porto, zu gründen, und dabei war das Surfen der Katalysator. „Das Surfen ist eine Strategie, die Menschen dort abzuholen, wo sie sind. Es ist ein Mittel, nicht das Ziel. Wir verwenden es locker“, erklärte Michelle. Wenn die Mitglieder der Surf Church mit Menschen zusammenkommen, beschreiben sie sich selbst als „einen Haufen Christen, die Jesus lieb haben und gerne surfen.“

Um 14 Uhr trifft sich die Gruppe zum Surfen, es kommen weitere Personen dazu und das Evangelium wird weitergesagt. „Der Sport bewirkt mehr als nur Menschen zusammen zu bringen. Er baut gangbare Brücken zu Familien über die Sportplätze hinaus“, sagt Chris.  

Am späten Nachmittag machen sich die Mitglieder der Surf Church auf zum Haus der Pitneys. Dort essen sie zu Abend und bringen oft Leute dazu mit, die sie gerade erst kennengelernt haben. Nach Gemeinschaft und Essen halten sie eine Andacht und lesen zusammen im Wort Gottes. An manchen Abenden dauert das bis weit nach Mitternacht.  

„Die Leute waren sofort interessiert [als wir mit der Surf Church anfingen]“, erinnert sich Michelle. „Wir wurden schnell zu einer Kerngruppe von 30 Leuten, und jetzt, 15 Monate danach, sind wir eine Kerngruppe von 70 bis 80 Personen.“  

Als Dennis zur Surf Church kam, kannte er die Bibel schon und inzwischen hat er sein Leben Jesus gegeben. Er brachte seinen besten Freund Felipe mit, einen selbst ernannten Atheisten. Nach etwa sieben Monaten begann Felipes Verhalten sich zu ändern. Einmal brachte er seine Freundin mit und erklärte ihr, er habe das Beste, was es im Leben gibt, gefunden.  

„Als wir ihn fragten, wofür er Jesus halte, klangen die Wort von Jesus selbst in meinen Ohren: ‚Aber wer sagt ihr, dass ich sei?’“, sagt Michelle. „Petrus sagt, ‚du bist der Sohn Gottes.’ Felipes Antwort lautete ebenso: ‚Er ist mein Erlöser.’“ Felipe und seine Freundin liessen sich im Frühling 2016 taufen.  

Was die FIFA hinterlassen hat  

Viele Menschen in Afrika freuten sich auf die Möglichkeiten, die die Fussballweltmeisterschaft 2010 in Südafrika mit sich bringen würde. Christopher Kasale von SportsLink hörte Interviews mit Geschäftsleuten, die sich auf das Ereignis vorbereiteten. Als eine Gruppe Pastoren interviewt wurde, hatte aber keiner von ihnen einen Plan, die Gelegenheit zu nutzen.  

„Wir begannen also, die Kirchen zu mobilisieren“, sagt Christopher. In Kabwe, Sambia, bereiteten sich Christopher und eine Gruppe von Missionaren und Studenten auf die Weltmeisterschaft vor. Fünf Orte waren ausgewählt, die Spiele auf grossen Leinwänden zu zeigen, einer davon war Makwati.  

Die meisten Einwohner von Makwati am Rand von Kabwe sind illegale Siedler. Makwati, allgemein bekannt als ein geistlich finsterer Ort, bedeutet buchstäblich „nichts“ oder „unbrauchbar“.  

Ein Zelt für 200 Menschen wurde aufgebaut und die Siedler wurden eingeladen, die Spiele anzuschauen. Während der Pausen predigte das Team und erzählte den Menschen Erlebnisse mit Jesus. „Das waren 30 Tage Fussball, das heisst, 30 Tage der Ermutigung für die Menschen“, sagt Christopher. „Die Menschen fingen an, sich für Jesus zu entscheiden.“  

Als die Fussball-WM endete, wollten die Menschen aber nicht, dass damit auch ihre neue Gemeinschaft endete. Weil das Zelt gemietet war und das Land, auf dem es stand, ebenso, trafen sich die neuen Gläubigen unter freiem Himmel, bis ein Unterstand aus Holz und Deckplanen fertiggestellt war. Die Gemeindekirche Makwati war geboren.  

„(FIFA) lieh uns die Plattform dafür, in einem weit grösseren Umfang Dienst zu tun, als ein lokales Ereignis es je hätte bewirken können“, sagt Chris. „Die Spannung des Grossereignisses wurde zu den Menschen gebracht, in ihre Gemeinschaft, und das half, auch etwas vom Leib Christi aufzubauen.“  

Die Gemeinde hat Hoffnung gebracht: In der Gegend war früher alles voller zerfallender Häuser und Müll, aber nun ist sie gesäubert und eine Strasse wurde gebaut. Neben der Kirche bietet die Makwati-Gemeindeschule, betrieben von OM, den Kindern eine christuszentrierte Erziehung.  

Auf jedem Sportplatz  

Von den Surfer-Städten in Portugal bis zu kleinen Siedlungen im Sambia gebraucht Gott den Sport, um Barrieren einzureissen und die Menschen in der Gemeinschaft mit ihm zusammenzubringen. „Unsere Vision ist es, dass auf jedem Sportplatz auf der ganzen Welt auf Christus ausgerichtete Jünger geschaffen werden“, sagte Chris. „Wir möchten, dass Sportler, Trainer, einheimische Kirchen und Siedlungsgemeinschaften den Sport aufs Beste nutzen, indem das Evangelium eindrücklich weitergesagt wird.“  

Rebecca Rempel ist Fotojournalistin und kommt aus Kanada. Sie arbeitet mit dem Kommunikationsteam von OM Afrika, reist durch Afrika, fotografiert und schreibt über die Arbeit, die Gott auf dem afrikanischen Kontinent tut.