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Kanonen kann man nicht von einem Paddelboot aus abfeuern

Fünftausend Missionare in 350 Gemeinden bis 2015: ein hochgestecktes, ehrgeiziges Ziel für OM in Afrika, umgeben von Gebet und Gottes Gnade.  

Aber dieses Ziel, das wir uns heute stecken, wäre vor 2009 nie möglich gewesen – ein Jahr, in dem die jahrelange Partnerschaft zwischen OM Afrika und Pro Christo seinen Höhepunkt erreichte. Was die meisten Menschen nicht wissen, sagt der ehemalige Leiter von OM Afrika, François Vosloo, ist, dass die Beziehung zwischen den beiden Organisationen viel tiefer geht, denn die Leiter von Pro Christo arbeiten seit 1991 eng mit OM nach der Konzeption von Pro Christo zusammen.  

Obwohl die beiden Organisationen eng zusammenarbeiteten, sagt der jetzige Leiter OM Afrika Melvin Chiombe, war der Gedanke einer Fusion damals in der Leitung bei Pro Christo nicht vorgesehen. „Seit der Gründung hat Pro Christo durch François Verbindung mit OM Südafrika“, sagt er. „Auf einer Missionskonferenz 1997 war François der Sprecher. Zu der Zeit hatten wir keine Fusion im Blick gehabt, wir waren einfach Partner.“  

2004 schlossen sich ‚OM Bücher’ und Pro Christo zusammen, um christliche Literatur in Zentralafrika zu verbreiten.  

Zu Beginn des Jahres 2008 ergab sich die Idee, zu fusionieren – nicht nur als ein passender Schritt, sondern auch als Schlüsselfaktor bei der Ausweitung der Missionsarbeit in Afrika. Coen, der nach Südafrika gezogen war, um Universitätsstudenten für die Mission zu schulen und zu mobilisieren, nahm Kontakt mit Melvin auf, um sicherzustellen, dass es für alle von Vorteil sei.  

„Ich habe ihm gesagt, dass es um das Reich Gottes gehe, nicht um den Namen einer Organisation“, sagt Melvin. „Aber ... ich hatte doch Vorbehalte. Die Werte und Visionen waren dieselben, aber ich machte mir Gedanken wegen der Strategien und des Führungsstils. Da Pro Christo eine kleine Organisation war, war es für sie leichter, Entscheidungen zu treffen, als für eine grössere Organisation wie OM.“  

In seinem Bemühen die Vorteile für beide Gruppen zu fördern, schlug Melvin vor, die Partnerschaft als Eheschliessung anzusehen, wo zwei einzigartige Individuen trotz aller Unterschiede einen Weg finden und sich zusammentun.

  „Es war äusserst wichtig, das Pro Christo seine DNS behielt“, sagt Melvin. „Die Leidenschaft für die Verlorenen, die am wenigsten Erreichten, die Betonung der praktischen Jüngerschaft und den Pioniergeist, Risiken einzugehen.“  

Eine ‚win-win‘-Situation wird gesucht  

OM passte sich willig Pro Christo an, sagt François, da sie voller Eifer einheimische Afrikaner für die Mission ausrüsteten und unerreichte Volksgruppen aufsuchten. „Pro Christo hatte eine klare Vision: ‚Minus 30‘“, sagt François. „Sie wollten 30 Volksgruppen von der Liste der ‚unerreichten Völker’ streichen.“ OM teilte diese Vision und die beiden Organisationen fusionierten.  

Seitdem ist das Ziel ‚Minus 30‘ überschritten worden. Wie Coen sagt, hat die Fusion geradewegs „holistischen Anstoss“ zu 30 bis 50 der am wenigsten erreichten Volksgruppen gebracht und zu über 150 Siedlungsgemeinschaften, wie zu den Yao, eine muslimische Volksgruppe, die überwiegend in Malawi lebt.

Daraufhin hat Malawi seine eigenen Missionare hervorgebracht, wie Samson von den Yao, der jetzt bei OM mitarbeitet, nachdem er von einem malawischen OM-Gemeindegründer zu Christus geführt worden war.  

Zusätzlich zum grösseren Wert, den Pro Christo OM gebracht hat, hat die Fusion sich sehr positiv auf etwas ausgewirkt, das zunächst ein kleiner missionarischer Versuch gewesen war. „OM hat Pro Christo für den grösseren Leib Christi geöffnet und für gute Systeme, die bereits installiert waren“, sagt Melvin. „Ebenso hat Pro Christo der Arbeit von OM in Afrika grösseren Wert gegeben. Heute haben wir 13 Arbeitsfelder in Afrika, von denen die Mehrzahl von Pro Christo kommt, das auch viele Leiter dort gestellt hat.“  

Der Dienst von OM in Afrika ist nicht mehr der Einreisezug für internationale Missionare, die auf diesen Kontinent kommen wollen. OM in Madagaskar, Mosambik und Simbabwe erleichtern es den einheimischen Missionaren, indem sie sie durch Missions- und Jüngerschaftstrainings ausbilden. Darüber hinaus hat Melvins Leidenschaft für die Ausbildung und Aussendung afrikanischer Missionare, ein Traum, der schon François und OM bewegte, zu Hunderten von einheimischen Missionaren geführt, die derzeit auf dem Missionsfeld dienen.

Für Melvin ist die Fusion ein Bild dafür, wie der Leib Christi in der Frühkirche wirkte. „Bei Gott und in seinem Reich geht es nicht um Einzelne oder eine bestimmte Organisation – es geht um Einheit,“ sagt er. „Wenn man sich die Frühkirche anschaut, war eine ihrer grössten Stärken, die sie wirkungsvoller machte, darin, zusammenzukommen. In der Einheit liegt Kraft.  

„Ich habe gesehen: Heute wächst die Arbeit in Afrika und darüber hinaus durch die Einheit. Es mag Herausforderungen geben, aber wir haben der Welt gezeigt, dass zwei Organisationen zusammenkommen und Gottes Reich ausweiten können.“  

Andrew Fendrich gehört zum Kommunikations-Team von OM Afrika. Dafür bereist er den Kontinent und arbeitet mit den verschiedenen OM-Arbeitsbereichen zusammen. Neben seiner Arbeit für OM reist er sehr gern, liest und schreibt, fotografiert und kocht.