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Projekt des Monats März 2018

Andere Wege aufzeigen

Rund um das Büro von OM Italien in Pisa befinden sich viele junge Frauen auf den Strassen – sitzend, abwartend. Es ist ein alltäglicher Anblick und jeder weiss, warum sie dort Tag für Tag warten. Viele dieser Frauen wurden hierher verschleppt und werden zu sexuellen Diensten gezwungen. 

Oft wissen selbst Christen nicht, wie sie mit diesen Menschen umgehen sollen. Was hätte Jesus getan? Hätte er nicht Zeit mit ihnen verbracht, um sie mit seiner Liebe und Vergebung zu erreichen?

OM Italien zog vor ein paar Jahren nach Pisa. Beim Kennenlernen der Gegend wurde ihnen klar, dass Pisa stark vom Menschenhandel betroffen ist. Die meisten Opfer kommen aus Nigeria und osteuropäischen Ländern.   

Die internationale Organisation für Migration schätzt, dass die Zahl der aus Nigeria geschmuggelten Frauen in den vergangenen drei Jahren um mehr als 300% gestiegen ist. Im Gegensatz zu früher sind die jungen Frauen wirklich Sklaven und leiden unter schrecklicher Gewalt. Menschenhändler versprechen ihnen ein besseres Leben in Europa. Nachdem sie mit Boot oder Flugzeug nach Italien gebracht worden sind, wird ihnen gesagt, dass sie sich selbst verkaufen müssen, um ihre Schulden von mehr als 30‘000€ für die Überfahrt zurückzuzahlen. Die Menschenhändler benutzen Drohungen gegen ihre Familien und Voodoo, um die Frauen mit Angst auf der Strasse zu behalten.

Um diesen Frauen zu helfen, führt OM Italien Einsätze in Pisa durch. Jeden Donnerstagnachmittag gehen zwei oder drei Frauen aus dem Team mit einem männlichen Fahrer auf die Strasse. „Die Tatsache, dass viele Frauen uns erlaubt haben, für sie zu beten und sich über ihre traumatische Vergangenheit zu öffnen, zeigt uns nur, dass wir das Richtige tun", sagt der Teamkoordinator. Es gibt viel zu tun, um den Frauen ganzheitlich zu helfen. Das Team ist der Meinung, dass es wichtig ist, Beziehungen zu den Frauen aufbauen, um denjenigen helfen zu können, welche die Prostitution verlassen wollen.
Bei jedem Einsatz grüssen sie die Frauen mit Namen und bieten ihnen Essen und zu trinken an. Manchmal bringen sie Geschenke und Kleidung mit oder helfen ihnen Italienisch zu lernen, damit sich die jungen Frauen besser in die Gesellschaft integrieren können. Sie verbringen Zeit mit ihnen und nehmen sie mit zum Abendessen, an den Strand oder zur Kirche.   

Emma* vom OM-Team erzählt, dass der Aufbau von Beziehungen zu den jungen Frauen anfangs schwierig war. "Wir mussten Schritt für Schritt ihr Vertrauen gewinnen", sagt sie. "Wir hätten ein Teil der Polizei sein können. Aber sie begannen uns zu vertrauen und sahen, dass wir ihnen helfen wollten." „Eine der wichtigsten Bedürfnisse der Frauen bestehe darin“, erklärt Katja*, "ihnen zu zeigen, dass sie in Jesus Christus einen Wert und einen Sinn haben, und dass ihr Schicksal nicht in der Prostitution liegt, sondern es einen Ausweg möglich ist."  

Helft Ihr mit, OM Italien bei dieser wertvollen Arbeit zu unterstützen?