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Update: 3.02.2016 - Weckruf?

George Verwer, der Gründer von OM, verfasste einen persönlichen Brief zur Flüchtlings-Situation in Europa. Lest hier seine Stellungsnahme

Update: 16.12.2015 - Gebet erhört

1800 Flüchtlingen aus Iran, Pakistan und afrikanischen Ländern wurde der Übertritt nach Mazedonien verweigert. Wochenlang warteten sie mit wenig Hoffnung auf eine Öffnung der Grenze. Nichts passierte. Nun erreichte uns folgende Nachricht von einem OM-Freund: „Heute ist etwas Spezielles passiert. Gott hat meine Gebete erhört und alle 1800 Flüchtlinge wurden von der mazedonischen Grenze nach Athen gebracht.“ Die Mehrzahl wurde ins Olympische Stadion einquartiert, wo ja auch OM in der Arbeit mit Flüchtlingen tätig ist. Obwohl die meisten Iraner gut ausgebildet sind und viele auch Englisch sprechen, braucht es im Stadion jetzt auch Volontäre, die Farsi und Aseri sprechen.

Update: 3.12.2015 - Einblick in die Arbeit vor Ort

Update 05.11.2015 - Hoffnung im Flüchtlingselend

„Gestern und vorgestern waren wir nur sechs Volontäre und arbeiteten je 10 Stunden. Der Wind lässt uns die Kälte so richtig spüren. Wir sind froh um das neue Zelt, das eine Deutsche Kirche gestiftet hat. Es ist grösser, stärker, wärmer und wird auch vom Wind nicht weggeblasen! Viele Menschen kamen übers Wochenende an. Es war wirklich verrückt: Flüchtlinge standen der Strasse entlang soweit das Auge reichte. Sie zitterten im kalten Wind. Überall weinten Kinder. Wir hatten weder genügend Zelte noch Wolldecken und fühlten uns in dieser unmöglichen Situation absolut hilflos.“

Letzte Woche hatte ich das Privileg, mich mit vielen syrischen Flüchtlingen im Nahen Osten zu unterhalten. Ich sass mit ihnen auf Teppichen, Matratzen und  Kissen, in Kellerwohnungen, Bauruinen, Zelten und engen Schlafzimmern in Reihen-Einfamilienhäusern, wo heute 10 Familien in einem einzigen Haus wohnen. Ich habe mit ihnen süssen Tee und arabischen Kaffee getrunken. Und wir haben miteinander gesprochen, manchmal durch Übersetzer, manchmal in Englisch. Die Hoffnungslosigkeit ist gross: die UN hat ihre Lebensmittelhilfe eingestellt. Die Flüchtlinge fragen: „Wovon sollen wir leben? Wie bezahlen wir unsere Wohnung, wenn wir nicht arbeiten dürfen?“ Eine Rückkehr kommt für die Wenigsten in Frage, denn ihre Lebensgrundlage existiert nicht mehr und ihre Familien sind in alle Welt zerstreut.

Wenn wir nichts tun, werden auch diese Leute bald ein Teil des Flüchtlingsstroms nach Europa sein. Auch sie werden in der Kälte einer ungewissen Zukunft entgegen gehen. Helft uns, das Leben dieser Menschen erträglich zu machen, helft mit, ihnen wieder Hoffnung zu schenken!

Update 22.10.2015 - Einsatz unter Flüchtlingen

Die ersten Schweizer, die sich in Griechenland in der Flüchtlingshilfe engagierten, kehrten kürzlich zurück und berichteten:

„Kurzentschlossen reisten wir vor einer Woche nach Athen, um OM im Einsatz unter Flüchtlingen zu helfen. Als kleines Team unterstützten wir griechische Volontäre beim Sortieren und Verteilen von Hilfsgütern in einem der drei Flüchtlingscamps. Jeden Tag kamen neue Flüchtlinge mit einem Schiff von der Insel Lesbos an. Familien mit kleinen Kindern, Jugendliche... Sie dürfen nicht bleiben und wollen so schnell wie möglich weiterreisen, um noch vor Wintereinbruch in ihrem Zielland anzukommen, per Bus, zu Fuss... Deshalb versorgten wir sie mit allem, was sie brauchen konnten. Schuhe, Kleider, Essen und Hygieneartikel waren in so grosser Menge vorhanden, dass ganze Lagerhallen damit gefüllt waren – aber alles war verstreut und durcheinander. Die griechischen Volontäre waren ziemlich verzweifelt. Während vier Tagen konnten wir sie dabei unterstützen, Ordnung und Struktur hineinzubringen, damit die Hilfsgüter schnell gefunden und an die Hilfsbedürftigen ausgegeben werden konnten. Der Chef des Camps und Bürgermeister des Stadtteils sagte zu uns, auf die Lagerhalle zeigend: ‚Schaut, das sieht ja aus, als wären Engel am Werk gewesen!‘ Auch wenn dieser kurze Einsatz wie ein Tropfen auf den heissen Stein wirkt, hoffen wir doch, ermutigende Spuren bei einzelnen Flüchtlingen, griechischen Volontären und Verantwortlichen hinterlassen zu haben. Wir haben Gottes segnende und führende Hand erlebt – gerade auch als Team. Dafür sind wir sehr dankbar.“

Update: 8.10.2015 - Griechenland

Der Leiter des OM-Projektes erzählt: Wir dachten das Schlimmste sei vorbei und entschieden uns am Freitag zum Leuchtturm zurückzukehren, um mit dem Aufräumen des Strandes zu beginnen. Nur fünf Minuten vom Hotel entfernt erblickten wir ein Boot, das sich mit starkem rudern auf den Strand zubewegte. Mit dem Fernglas entdeckten wir, dass ein bisschen weiter westlich eine ganze Anzahl Boote auf die Küste zuhielten. Wir entschieden uns, dorthin zu fahren, um den Ankömmlingen zu helfen. Ein Boot nach dem anderen lief auf und wir halfen, zusammen mit lokalen Leuten und einer Gruppe Volontären aus Norwegen bei der Landung der Flüchtlinge. In einem Boot sass eine im neunten Monat schwangere Frau  mit ihrem Mann und einem Sohn. Zwei weitere Söhne im frühen Primarschulalter mussten sie in Syrien zurücklassen. Weil die Geburtswehen einsetzten, musste die Frau sofort in eine Klinik gefahren werden. Am Samstag um 19:00 wurden wir von einer einheimischen Person aus der Ortschaft Kleio informiert, dass soeben 30 Boote gelandet seien. Das würden etwa 1000 Menschen sein. Wir wollten Fahrzeuge mieten, um die Leute nach Mytilini zu fahren. Aber weil die Fahrer nach tage- und nächtelangem Einsatz alle übermüdet waren, gelang es uns nur einen 33-Plätzer- Bus und einen Kleinbus zu mieten. Trotzdem gelang es uns an diesem Abend 90 Leute, in erster Linie Frauen, Kinder und Babies, nach Mytilini zu bringen. 90 von 1000 Leuten sind nicht viele…

Update: 1.10.2015 - Griechenland

Der Leiter von OM Griechenland schreibt:

Als wir uns gestern Abend zum Nachtessen hinsetzten, läutete das Telefon. Eigentlich wollte ich es läuten lassen, entschied mich aber trotzdem zu antworten. Gut! Zu meiner Überraschung war der Anruf vom Griechischen Ministerium für Flüchtlinge und Immigration. Eine Frau fragte mit verstörter Stimme: „Wo sind Sie? Wir brauchen Sie und Ihr Team, denn im Moment sind 1500 Neuankömmlinge im Stadion und wir brauchen einfach alles!“

Ich tätigte einige Anrufe. Bald trafen sich die Filipino-Gemeinde und einige Mitarbeitende von OM Griechenland. Wir arrangierten 1500 Mahlzeiten, die OM bezahlte, Kleider und anderes. Unser Familienauto diente als Krankenwagen, um Leute ins Spital und von dort wieder zurück zu transportieren. Auch um drei in der Früh riss der Strom von Neuankömmlingen nicht ab. Einer dieser Neuen war ein zweimonatiger Säugling, seine Mutter und eine etwa zwei- oder dreijährige Schwester. Da uns der Stadtratspräsident fragte, ob wir am Morgen auch wieder im Stadion sein könnten, organisierte OM Griechenland 1700 Morgenessen.

Update: 23. September 2015 - Griechenland

Während sich unser Mitarbeiter auf der griechischen Insel Lesbos der Detailplanung des Nothilfeprojekts widmet, treffen erste Volontäre auf der Insel ein.
In Athen war das Team damit beschäftigt, 300 Milchpakete zu verteilen, als die Nachricht eintraf, dass ein Schiff mit Flüchtlingen erwartet würde. Sofort begann das Team, 360 Flaschen Wasser, 1000 Lunchpakete, Schokolade und Energiebars vorzubereiten. Mit nur fünf OM-Mitarbeitenden und einem lokalen Pastor wurden diese Dinge zusammen mit Landkarten und einem Merkblatt mit Wissenswertem an die eintreffenden Flüchtlinge verteilt. Gross war die Überraschung, als noch ein zweites Schiff anlegte. Die vorbereiteten Hilfsgüter reichten nicht mehr weit, denn fast 4000 Flüchtlinge strömten die Gangway herunter.

Noch eine gute Nachricht: Die erste Volontärin hat sich bei OM Schweiz für einen Einsatz in Griechenland gemeldet!

Update: 16. September 2015 - Griechenland

Gestern war es OM Schweiz möglich, weitere CHF 10‘000.- ins griechische Flüchtlingsprojekt zu investieren.

Und heute erreichte uns dieser Bericht aus Griechenland: Zusammen mit der Kirche und anderen Organisationen besuchten wir Lesbos und erarbeiteten einen Plan. Unser OM Mitarbeiter wird ende Woche auf die Insel ziehen und dort Teams zusammenstellen um die geplanten Projekte umzusetzen. OM arbeitet nicht im Alleingang, sondern mit der Unterstützung der lokalen Kirchen.  Knapp 50 Pastoren, Vertreter der Evangelischen Allianz Griechenlands, trafen sich unter der Leitung von OM zu einer Planung- und Koordinationssitzung in Athen. Ein Koordinationsteam wurde ernannt um die Projekte und Kurzeinsätze auf Lesbos, in Thessaloniki und in Athen zu koordinieren.

Aus der Heimat vertrieben

Im vergangenen Monat wurden aus Flüchtlingen Menschen! Als 71 in einem Kühllastwagen erstickten – nicht irgendwo, sondern in unserem Nachbarland – und das Bild eines ertrunkenen, dreijährigen Knaben um die Welt ging, wandelte sich die Abgestumpftheit und Gleichgültigkeit Vieler in Mitgefühl. Der Knabe war nicht nur ein Flüchtling in einer undefinierbaren Masse, er war ein Mensch mit einem Namen: Aylan.  

Seit über drei Jahren setzt sich OM für Flüchtlinge im Nahen Osten ein. Viele Spender aus der Schweiz halfen mit, Lebensmittel, Zelte, Matratzen, aber auch Traumaseelsorge,  Beschäftigungsprogramme und Einkommensprojekte zu finanzieren. Syrien’s Nachbarländer haben nun so viele Flüchtlinge aufgenommen wie sie können und der Flüchtlingsstrom fliesst jetzt Richtung Europa: Das „Problem“  sitzt nun vor unserer eigenen Haustür. Mitten drin liegen die griechischen Inseln.

OM Griechenland arbeitet schon seit Jahren mit Minderheiten, Obdachlosen und Flüchtlingen – und OM Schweiz steht dem Team seit einiger Zeit beratend zur Seite. OM Griechenland möchte mit den 25‘000 Flüchtlingen auf Lesbos ein Hilfsprogram beginnen und OM Schweiz hat sich verpflichtet dabei zu helfen. Schon durften wir CHF 10‘000 Startkapital OM Griechenland überweisen.

Das soll aber nur der Anfang sein: Mit Eurer Hilfe möchten wir diesen Betrag verdoppeln, nein, besser noch, vervielfachen. Geld ist wichtig! Bist du dabei?
Vermerk: 117- Menschen in Not

Wir benötigen aber auch Menschen die breit sind, sich für mind. 1 Woche vor Ort zu investieren. Zurzeit sind wir mit OM Griechenland in Kontakt in welcher Form wir Kurzeinsätze anbieten können. Wir werden baldmöglichst mit weiteren Einzelheiten hier informieren.