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Initiativen gegen den Menschenhandel

Moderne Sklaverei ist in Indien in vielen Formen weit verbreitet: Zwangsarbeit, Schuldknechtschaft, Entnahme von Organen, sexuelle Ausbeutung sind nur einige davon.

Eine Praxis, welche in Indien immer noch weit verbreitet ist, ist die rituelle Zwangsprostitution, auch Tempelprostitution genannt. Mädchen werden als kleine Kinder in einem Tempel einer Göttin geweiht. Erreicht das Mädchen die Pubertät, muss sie allen Männern des Dorfes zur Verfügung stehen und ist lebenslänglich in diesem System gefangen; diese Mädchen werden wie Sklavinnen gehalten und werden all ihrer Würde beraubt. Man schätzt, dass rund 250‘000 Frauen in dieser Zwangsprostitution gefangen sind.

Die Good Shepherd Bewegung betreibt zwei Schutzhäuser für Frauen und Mädchen, welche Opfer von häuslicher Gewalt, sexueller Ausbeutung wurden oder aus der Tempelprostitution fliehen wollen.

Zuflucht finden

Im Schutzhaus erhalten die Frauen und Mädchen je nach Alter, eine Schulbildung, Beratung oder die Möglichkeit, Berufskurse zu besuchen. Einige der Frauen wohnen im Zentrum, viele kommen aber auch täglich aus dem nahegelegenen Slum, um verschiedenste Ausbildungskurse zu besuchen.

Nebst Kursen erhalten die Frauen auch medizinische Versorgung, die sie sich sonst nicht leisten können.

Dass die Frauen in dieser Ausbildung auch ihre Rechte kennen lernen und dass sie ihren Lebensunterhalt selber verdienen können, ist letztendlich die beste Prävention gegen jegliche Formen von Menschenhandel und sexueller Ausbeutung.

Sensibilisierungskurse

Good Shepherd bietet in rund 100 Dörfern Sensibilisierungskurse an. Obwohl offiziell verboten, ist die Tempelprostitution auf dem Land noch weit verbreitet. In den Kursen klären die Mitarbeitenden die Dorfbevölkerung über die Folgen dieser üblen Praxis auf. Durch diese Kurse sollen neue Weihungen von Mädchen verhindert werden.

Sunita schöpft neue Hoffnung.