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OM: Gott führt uns

OM ist bekannt für Aktion – nicht für Reflexion, für Pionierarbeit – nicht für das Zurückschauen. Aber wir sind doch weise genug und feiern Meilensteine und lernen aus unserer Vergangenheit, was uns heute und morgen gut zu Diensten ist.  

Gott allein gebührt die Ehre für die Geschichte von OM. Trotz der fehlenden Erfahrung der Gründergeneration legte Gott einen festen Grund von Idealen und Prinzipien, die grossen Herausforderungen standgehalten haben:

  • Es ist von Anfang an die Leidenschaft von OM, „ganz normale“ Menschen für die Mission zu mobilisieren. Kurz- und Langzeitprogramme haben es möglich gemacht, dass Menschen von ganz verschiedener Herkunft miteinander dienen können.
  • Die Leiter sind immer voller Begeisterung dabei, Menschen zu schulen und sie in den Dienst zu schicken oder sie zum Gründen neuer Dienste loszuschicken. Während den vergangenen 60 Jahre haben über 200 000 Personen bei OM mitgearbeitet. Ehemalige OM-Mitarbeiter haben mehr als 100 Missionsorganisationen gegründet. Tausende christlicher Leiter haben ihre missionarischen Wurzeln bei OM.
  • OM entstand durch Gebet, wurde durch Gebet angetrieben und wird auch weiterhin durch Gebet vorangebracht werden. Ob es nun unsere eigenen Bedürfnisse waren oder die ganzer Völker – wir unterwarfen uns seiner Gnade. In Gebetsnächten wurden Visionen entworfen, wurden Ideen entwickelt und der Glaube gestärkt. Diese Intensität und Stetigkeit des Betens muss weitergehen.
  • Seit den ersten Tagen hat uns die Dringlichkeit getrieben, die Menschen zu erreichen, die ohne Christus sterben, getrieben. Das brachte uns dazu, Zeit und Gelegenheiten für das Evangelium auszunutzen. Mögen wir nie einem Kompromiss auf diesem Gebiet verfallen!
  • Die OM-Mitarbeiter waren dafür bekannt, mit ganz wenigen Mitteln viel zu erreichen. Es war kein Beweis für Spiritualität – vielmehr ging es darum gute Verwalter dessen zu sein, was Gott uns anvertraut hatte, ob es nun Dienste oder Materialien waren.

OM hat zur modernen Missionsbewegung auf verschiedene Weise beigetragen. Zum Ersten haben wir uns von der traditionellen Methode, Mitarbeiter zu mobilisieren getrennt. Lebenserfahrung und leidenschaftliche Hingabe sind einzuschätzen wie – wenn nicht höher als – eine Ausbildung allein. OM hat auch Kurzeinsatzmöglichkeiten für normale Menschen geschaffen, die nur ein paar Wochen geben konnten – Möglichkeiten, die oft lebensverändernd waren und von anderen Missionsgesellschaften aufgenommen wurden.  

Zum Zweiten ist bei uns das Training immer praktisch, Seite an Seite und stetig gewesen. Kulturübergreifendes Verstehen, Spracherwerb und Fertigkeiten für den Dienst werden eher im aktiven Dienst entwickelt als im theoretischen Unterricht.  

Zum Dritten hat OM oft innovative Methodiken angewendet, die man oft erst im Nachhinein erkannt hat: Literatur durch den Eisernen Vorhang schmuggeln, Schiffe als Zeugnis für den erdumfassenden Glauben verwenden, grosse Missionstreffen für Teenager veranstalten und mehr. Seit Kurzem schliesst dies noch landwirtschaftliche Projekte und kleine Geschäftsunternehmen mit ein, um die Arbeit zu unterstützen und Segen in arme Ortschaften zu bringen.

Herausforderungen, denen wir uns stellen müssen  

Die Kulturen unserer Welt verändern sich so schnell und so weitgehend, dass diese Tatsache biblische Überzeugungen ins Wanken bringt. Obwohl wir uns zurzeit in der Minderheit befinden, dürfen wir aber nicht in unserer Überzeugung von der Wahrheit des Wortes Gottes wanken. Aber wir sehen uns auch groben Ungerechtigkeiten gegenüber, einem Tsunami armer und zunehmend feindlich gesinnter Regierungen.  

Unter diesen Umständen sind wir entschlossen, unsere Anstrengungen zu verstärken, obwohl wir durch die Notwendigkeit der Unterstützung der Langzeitmitarbeiter unseres Werkes behindert werden. Unsere Möglichkeiten, Mitarbeiter aus Ländern, die nicht traditionsgemäss Missionare aussenden, finanziell zu versorgen (und erst recht deren Zahl zu erhöhen) sind unzureichend. Viele Mitarbeiter kommen aus kleineren Gemeinden und Regionen mit begrenzten wirtschaftlichen Mitteln, also müssen Geldmittel auf anderen Wegen kommen, wie zum Beispiel durch eine weitere Ausbildung im Geschäftsleben. Die wichtigen Mitarbeiter in der Heimatzentrale, besonders in der Verwaltung, mühen sich um finanzielle Unterstützung für ihre strategische Arbeit, die jedes Mitarbeiterteam und jeden Dienst weltweit direkt betrifft. Ich glaube, dass es Lösungen gibt, aber wir müssen gemeinsam danach suchen.  

Bei Neueinstellungen hat es einen Ruck gegeben hin zu einer Königreichstheologie, die von Gerechtigkeit in wirtschaftlichen, politischen und sozialen Beziehungen spricht. Das hat weitgehende Folgerungen. Die heutige Generation möchte bei Missionsorganisationen arbeiten, die ihren eigenen Werten entsprechen. Wenn OM nicht die Aspekte anspricht, die ihrem Herzen nahestehen, suchen sie sich etwas Anderes, wo sie mitarbeiten wollen.  

In unserem inneren Bereich können wir Opfer unserer eigenen Erfolge werden und verwaltungstechnische Tüchtigkeit höherstellen als Innovation. Betriebsführung und Verwaltung sind dazu da, der Mission zu dienen, nicht anders herum. Das Leben ist unordentlich und pulsierend und kreativ, und unser Leben als Missionar muss damit übereinstimmen. Nicht alles, worauf es wirklich ankommt, ist fein ordentlich und unter Kontrolle. Wenn uns der Blick dafür durch zunehmende Bürokratie verloren geht, werden wir womöglich zu „Lehnstuhl-OM-Mitarbeitern“, was bestimmt keine gute Haushalterschaft ist!  

Der Auftrag von OM ist es „dynamische Gemeinschaften von Jesus-Nachfolgern unter den am wenigsten Erreichten“ zu bauen. Das wird es nur in Partnerschaft mit dem gesamten Leib Christi geben. Mission ist immer ein gemeinschaftliches Bemühen von örtlichen Gemeinden und Missionsorganisationen. In dieser Hinsicht ist OM gut gefahren, und doch ist gemeinsam noch so viel zu tun. Es wird auch ein Paradigmenwechsel in unserer Mitarbeiterwerbung notwendig sein. Mit den Menschen zusammen zu leben, ihr Vertrauen zu verdienen und von ihnen angenommen zu werden, sie für Christus zu gewinnen, sie zu Jüngern zu machen und sie dann in den Dienst zu schicken erfordert ein Engagement auf lange Sicht. Die Unerreichten sind die letzte Herausforderung für die Mission und sie zu erreichen wird nicht leicht sein. Es wird Entmutigung geben, Enttäuschung, Zurückweisung und Widerstand. Es werden Mitarbeiter mit einer Hartnäckigkeit gebraucht, die vom Heiligen Geist geleitet ist, sodass sie nicht aufgeben bis die Zeit der Ernte kommt.  

Ich möchte, dass OM und unsere Partner unsere Rolle im grossen Auftrag im Gebet betrachten, indem sie ihren Blick auf die am allerwenigsten Erreichten richten, die bisher überhaupt gar keinen Zugang zum Evangelium haben. Wie wäre es, wenn OM und alle unsere Partner sich von Neuem dazu verpflichten, den Eifer wieder aufzunehmen, der uns während der vergangenen 60 Jahre zu einer Bewegung gemacht hat? „Ihn kennen und Ihn bekannt machen“, das war der Pulsschlag von OM in den ersten Zeiten. Da wir der Wiederkunft unseres Herrn jetzt näher sind als je zuvor, „warten wir auf den grossen Tag Gottes und verhalten uns so, dass er bald anbrechen kann“ (2.Petrus 3,12, NGÜ), indem wir uns gemeinsam anstrengen, damit alle für Christus erreicht werden.  

Lawrence Tong aus Singapur wurde am 1. September 2013 der dritte Internationale Direktor von OM. Lawrence’ Leitertätigkeit beinhaltet Dienst im Vorstand von OM Singapur, Dienst als Landesleiter für Taiwan, als Direktor der Logos II und bei der finanziellen Entwicklung für OM-Schiffe im Büro in Florence, Südcarolina, USA. Lawrence leitete auch die schnell wachsende Arbeit von OM in China, mit einem wichtigen Schwerpunkt auf Sozialhilfe und landwirtschaftliche Programme. Er lernte seine amerikanische Frau Susan kennen, während er auf der Doulos Dienst tat, und heiratete sie 1989. Sie haben zwei erwachsene Söhne, Josh und Benji.    

Hier findet Ihr die erschienen Jubiläumsartikel